Medieninformation zu den Ausgrabungen in schwerem Atemschutz, aber unter freiem Himmel in der Chemiemülldeponie Hirschacker

29.06.2009  Zürich/Basel. Die Situation beim Hirschacker sticht ins Auge: Die Arbeiter, die an der Chemiemülldeponie graben, sind zwar zu Recht mit Schutzanzügen und schweren Atemgeräten geschützt. Die giftigen Gase, die beim Graben im Chemiemüll austreten, werden aber nur lokal abgesaugt. Die Grabungen finden trotz der von den Behörden ursprünglich geforderten Abdeckhaube nach wie vor ohne Zelt unter freiem Himmel statt.

Das angewendete Luftmessprogramm zur Abschätzung der Schadstoffaustritte ist für Innenräume konzipiert. Es taugt somit nicht zur Erfassung der beim Graben in die Umwelt gelangenden Schadstoffe. Niemand weiss, was genau für Chemikalien in die Luft gelangen. Im Bereich wo heute gegraben wird, konnten bei Grubenrandanalysen 52 gefundene flüchtige Substanzen im Screening nicht identifiziert werden. Roche und die anderen Beteiligten nehmen die Freisetzung einer grossen Zahl unbekannter und potenziell giftiger Substanzen somit in Kauf. Darunter sind unter Umständen auch hochgiftige, krebsfördernde und/oder mutagene Substanzen, die sich in der Nahrungskette anreichern können.

Es scheint das Motto «was ich nicht weiss macht mich nicht heiss» zu gelten. Gemäss den deutschen Behörden: «gibt [es] keine nationale oder EU Norm, die sich mit der Selektierung und Bewertung von unbekannten organischen Verbindungen befasst.» Genau weil die Risiken nicht abschätzbar sind, will Greenpeace ein Zelt: Die Umweltorganisation fordert nachdrücklich einen sofortigen Grabungsstopp, das Aufstellen eines Zeltes sowie ein Sanierungskonzept, das dem Stand der Technik und der Stoffvielfalt entspricht.

Factsheet «Fakten zum Nachgraben ohne Zelt beim Hirschacker»

Bilder von den Ausgrabungen 1 | 2 | 3 | 4
Alle ©Dave Joss/Greenpeace

Weitere Informationen finden Sie bei:
Frantisek Hudec, Chemie-Kampagne Greenpeace Schweiz, +41 78 645 55 98




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