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Erneuerbare Energien

08.06.2006 Bayern, Deutschland: Photovoltaikanlage ©Paul Langrock/Greenpeace

Energierevolution verschlafen

Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Geothermie – die Schweiz verfügt über ein riesiges Reservoir an ungenutzten, einheimischen und klimafreundlichen Ressourcen. Doch die Schweiz droht die Energierevolution völlig zu verschlafen.

Wie gross die unausgeschöpften Reserven an Alternativenergie sind, zeigen verschiedene Studien längst: Schon 2030 könnten Erneuerbare 35 Prozent des weltweiten Energiebedarfs decken. Allein die Photovoltaik wäre imstande, bis 2020 1 Milliarde Menschen mit Strom zu versorgen, 2,25 Millionen neue Jobs zu schaffen und 730 Millionen Tonnen CO2 einzusparen.

Die Europäische Union hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien an ihrem Energieendverbrauch von 8,5% 2005 auf 20% im Jahr 2020 zu erhöhen.

Schon in den 90ern entwickelten Schweizer Ingenieure Solarzellen mit gutem Wirkungsgrad, doch genutzt wird die Solartechnologie heute vorwiegend anderswo: in Deutschland, Spanien oder China. Unsere nördlichen Nachbarn produzieren heute pro Kopf der Bevölkerung fast sechsmal mehr Solarstrom als die Schweiz – der Boom der «Erneuerbaren» hat dort bereits 170 000 neue Jobs geschaffen.

Die Schweiz hingegen hat es bisher versäumt, mit klugen Fördermassnahmen die Energiezukunft einzuleiten. Entsprechende Initiativen scheitern immer wieder am heftigen Widerstand der Strom- und Atomwirtschaft, mit der zahlreiche bürgerliche Politiker direkt oder indirekt verbandelt sind. Damit sie ihre CO2-Reduktionsversprechen einhalten kann, muss die Schweiz ihr Potenzial an Alternativenergien aber konsequent ausschöpfen.

«Die Sonne stellt über 10 000 mal mehr Energie zur Verfügung, als die Menschheit konsumiert. Das bedeutet, dass dem Potenzial der Photovoltaik kaum Grenzen gesetzt sind.»

Günter Verheugen, Vize-Präsident der EU-Kommisssion, in: Studie «Solar Generation»

 

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