Hochseilakt Klimaschutz: Greenpeace fordert vom Bundesrat rasches Handeln

4.09.2009  Zermatt/Zürich – Drei Artisten balancierten heute auf einem schmalen Band über einen Gletschersee. Der Balanceakt auf dem Gornergletscher macht die Dramatik und die Gefährlichkeit des extrem rasch verlaufenden Klimawandels bildlich. Greenpeace fordert mit der Aktion von Bundesrat und Staatschefs, die kaum einschätzbaren Gefahren des Klimawandels und ihre Verantwortung endlich anzuerkennen. Sie müssen die Erde mit wirkungsvollen und raschen Entscheiden zur CO2-Reduktion vor untragbarer Erwärmung bewahren, statt weiter tatenlos auf den Abgrund zuzurennen. Mit dem eindrücklichen Bild beenden die Greenpeace-Aktivistinnen das zweiwöchige Klimacamp im Wallis.

Die Artisten über dem Gletscher-Abgrund machen den aktuellen Balanceakt beim Klimaschutz und die Gefahr des Absturzes bildlich.

Auf einem straff gespannten Band balancierten heute drei Artisten von «Slackline-Tools» über einen Gletschersee im schmelzenden Walliser Gornergletscher. Sie unterstützen damit das Klimacamp von Greenpeace auf dem Gletscher und fordern gemeinsam mit der Umweltorganisation die PolitikerInnen zu raschem und wirkungsvollem Handeln gegen den Klimawandel auf. Die Forderung an die Staatschefs lautet: Minus 40% CO2 bis 2020 für alle Industrieländer und damit auch die Schweiz.

Die Forderung wird unterstrichen durch die aktuelle Klimakonferenz der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die aufzeigt, dass der Klimawandel rascher als je erwartet verläuft und sofortiges Handeln oberstes Gebot ist. Neueste Messungen zeigen, dass sich die Arktis deutlich schneller erwärmt als andere Regionen der Erde – dies ist untrennbar verbunden mit einem raschen Anstieg des Meeresspiegels. Weiter treffen die überall auf der Welt rasch schmelzenden Gletscher die Wasserversorgung an empfindlichster Stelle. Es wird prognostiziert, dass damit allein durch den Klimawandel bereits 2020 rund 75 bis 250 Millionen Menschen zusätzlich von Wassermangel betroffen sein werden.

Um auf die Gefährdung durch den Klimawandel hinzuweisen und politisches Handeln einzufordern, waren seit dem 22. August 40 AktivistInnen von Greenpeace mit einem Klimacamp und der Botschaft «Our Climate – your Decision» auf dem Gornergletscher präsent. Am 26. August platzierten Greenpeace-AktivistInnen zudem eine rund 80 Kilogramm schwere Steinplatte vor dem Eingang des Bundeshauses und verlangten vom Bundesrat 40% weniger CO2-Ausstoss in der Schweiz bis 2020 und einen jährlichen Beitrag von 1,3 Milliarden Franken in einen neu zu schaffenden internationalen Klimafonds. Die Klimaziele, die der Bundesrat an diesem Tag beschloss, sind völlig unzureichend.

Dazu Alexander Hauri, Klimacampaigner bei Greenpeace: «Die Artisten über dem Gletscher-Abgrund machen den aktuellen Balanceakt beim Klimaschutz und die Gefahr des Absturzes bildlich. Der Schweizer Bundesrat hat die Gefährlichkeit der Lage und seine Verantwortung noch immer nicht erkannt. Er rennt blind in Richtung Abgrund. Das zeigt sein desaströser Null-Entscheid vom vorletzten Mittwoch. Greenpeace fordert vom Bundesrat Nachbesserung. Er muss das Geschäft erneut behandeln und für eine CO2-Reduktion von 40% bis 2020 sorgen. Diese Zahl gilt auch für alle anderen Staatschefs dieser Welt.»

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