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Walfleisch-Skandal

15.05.2008: Tokyo, 15.05.2008: Greenpeace-Mitarbeiter Toru Suzuki, Junichi Sato und Greenpeace-Geschäftsleiter Jun Hoshikawa (von rechts nach links) bei der Übergabe des sichergestellten Walfleisches an die Staatsanwaltschaft. © Naomi Toyoda / Greenpeace

Walschützern drohen 10 Jahre Gefängnis

Den beiden japanischen Greenpeace-Mitarbeitern Junichi Sato and Toru Suzuki, die 2008 den grössten Skandal in der Geschichte des japanischen Walfangs aufgedeckt haben, drohen mehrjährige Gefängnisstrafen. Im Prozess gegen die beiden werden fundamentale Menschenrechte mit Füssen getreten.

Video: Walfang auf der Anklagebank

Am 20. Juni 2009 jährt sich der Tag, an dem Junichi Sato und Toru Suzuki, zwei japanische Greenpeace-Mitarbeiter verhaftet wurden. Sie hatten im letzten Frühsommer aufgedeckt, dass Walfleisch aus dem staatlich subventionierten «Forschungs-Programm» über private Kanäle teuer verhökert wird. Nach fast einem Monat Kerkerhaft im Norden Japans wurden die beiden Walschützer unter härtesten Kautionsauflagen entlassen und stehen seitdem unter ständiger Polizeibegleitung. Im Prozess, der diesen Herbst stattfinden wird, drohen ihnen bis zu 10 Jahre Gefängnis.

Es ist offensichtlich, dass dieses Verfahren politisch motiviert ist, und dass damit der Widerstand gegen den Walfang gebrochen werden soll. So verletzen Regierungsvertreter die Unabhängigkeit der Justiz, indem sie Akten des Fischereiministeriums, die für die Verteidigung der beiden Walschützer wichtig wären, zur totalen Unkenntlichkeit einschwärzen. Dies verstösst auch gegen die von Japan mitunterzeichnete Internationale Menschenrechts-Konvention. Und der für den Fall ernannte Oberrichter ist berüchtigt dafür, dass er schon blosse Flugblattverteiler wegen Hausfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verknurrt hat. Mehr dazu

Doch Greenpeace, unterstützt von Hunderttausenden Menschen auf allen Kontinenten, setzt sich mit aller Energie für die beiden Kollegen in Japan ein. Auch in der Schweiz wurden wir bereits zweimal bei der japanischen Botschaft vorstellig und am 19. März erreichten wir erstmals direkte Gespräche mit den japanischen Repräsentanten in Bern.

Und der weltweite Protest trägt erste Früchte: am 24. März wurden die Haftauflagen der zwei Greenpeace-Aktivisten immerhin soweit gelockert, dass sie sich (allerdings jeder allein!) wieder mit Greenpeace-Leuten treffen dürfen. Für Junichi, bis zu seiner Verhaftung Koordinator der Walschutz-Kampagne, war es ein Freudentag, als er am 30. März, mitten in der Kirschblüte, zum ersten Mal nach 10 Monaten wieder ins Tokyo-Büro zur Arbeit gehen konnte. In seinem Blog beschrieb er die von den Bürowänden prangenden Fotos der weltweiten Unterstützungsaktionen als «Kirschblüten für mein Herz», die ihm Glück und Kraft gäben.

Doch immer noch droht Junichi und seinem Kollegen Toru eine langjährige Gefängnisstrafe. Bis zur entscheidenden Gerichtsverhandlung im Herbst werden wir daher den Druck durch Gespräche, Protestmails, Einsprachen, Aktionen, weiter hochhalten: es kann und darf nicht sein, dass Walschützer im Gefängnis landen, und Walfänger ungestraft ihr blutiges Werk fortsetzen können!

Um das Video anzusehen, brauchen Sie den Flash Player

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Unterstützen Sie die Tokyo Two!

Helfen Sie mit, die beiden Walschützer vor dem Gefängnis zu retten! Am 19. März 2009 führte Greenpeace Gespräche mit Vertretern der Japanischen Botschaft in der Schweiz. Deshalb ist es besonders wichtig, Ihnen zu zeigen, dass der Schweizer Bevölkerung das Schicksal von Junichi und Toru nicht egal ist.

Schicken Sie ein Mail, einen Brief, ein Fax an die japanische Vertretung in der Schweiz oder rufen Sie doch gleich direkt an und bringen Sie Ihre Anteilnahme gegenüber den beiden Walschützern und eine Forderung nach einem fairen Prozess zum Ausdruck. Es darf doch nicht sein, dass jemand, der für eine gute Sache Beweismittel sicher stellt und diese der Polizei übergibt, wegen Diebstahl derselben verurteilt wird!

Komatsu Ichiro
Botschafter Japans in der Schweiz
Engestrasse 53
3012 Bern
Tel: +41-31-300 22 22
Fax: +41-31-300 22 55
E-Mail: eojs(at)bluewin.ch


 

Mehr zum Walfleisch-Skandal

Greenpeace deckt japanischen Walfleisch-Skandal auf
15.05.2008: Unterschlagung an Bord der Walfangflotte unter Mitwissen der Regierung

Report: Japan's stolen whale meat scandal
Der Report zur viermonatigen Undercover-Recherche von Greenpeace Japan.

Antiwalfangaktivisten in Japan verhaftet
20.06.2008: 40 Polizisten stürmen das Greenpeace-Büro in Tokio sowie Privatwohnungen von Greenpeace-Mitarbeitern und beschlagnahmten Computer, Telefone und Dokumente. Junichi Sato und Toru Suzuki wurden festgenommen und in ein Gefängnis in der Walfängerstadt Aomori im Norden Japans gebracht.
Am 22. Juni teilt die Staatsanwaltschaft in Tokio mit, die von Greenpeace geforderten Ermittlungen gegen

Japanische Greenpeace-Mitarbeiter bleiben in Haft
1.07.2008: Weltweite Proteste gegen die Festsetzung der Walschützer

Japanische Greenpeace-Mitarbeiter angeklagt
11.07.2008: In Japan ist am Freitag Anklage gegen zwei Greenpeace-Mitarbeiter erhoben worden.

Weltweiter Protest
Bis am 14. Juli 2008 wurden schon über 240'000 Protestmails verschickt. Mit friedlichen Protestaktionen vor japanischen Botschaften wurde weltweit die Freilassung der beiden Greenpeace Mitarbeiter gefordert, unter anderem auch am 26. Juni in Bern.

Ausführliche Chronologie bei Greenpeace International (Engl.)

 


View Free the Tokyo Two auf einer grösseren Karte

Walschützer auf Kaution aus der Haft entlassen

16.07.2008: Die beiden Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki sind auf Kaution aus der Haft entlassen worden. Der Staatanwalt hat bis zuletzt versucht die Freilassung zu verhindern.

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