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Urwälder weltweit

06.03.2006 Amazonas, Brasilien: Aktivisten legen 2500 qm2 grosses Banner auf einer illegal gerodeten Fläche aus. ©Greenpeace/Daniel Beltra

Die Jahrringe sind gezählt

Sie sind die grünen Lungen unseres Planeten. Sie regulieren das Klima und bieten Lebensraum für indigene Völker und für eine faszinierende Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Noch sind die letzten Urwälder zu retten.

Urwälder sind uralt. Ihre ökologische Vielfalt ist über Hunderttausende von Jahren gewachsen – und wird innert Sekunden zerstört: Kahlschläge und Rodungen bringen jede Sekunde ein Urwaldgebiet so gross wie ein halbes Fussballfeld für immer zum Verschwinden. Bereits ist die weltweite Urwaldfläche auf einen Fünftel ihrer einstigen Ausdehnung geschrumpft. Bis zu 25% der weltweiten CO2 Emissionen werden durch Abholzung und Brandrodung von Wälder verursacht.

Noch gibt es sie, die letzten beinah unberührten Waldgebiete: Im Kongobecken, am Amazonas, in Lappland, an der kanadischen Küste Kanadas, in Sibirien, auf Papua-Neuguinea, in Patagonien oder Tasmanien. Auch diesen letzten Urwaldresten setzt die Gier nach Holz, Öl, Gold und Diamanten jedoch stark zu. Brandrodungen für Viehzucht und Ackerbau belasten das Klima gleich doppelt; ein Teil der «Welt-Klimaanlage» geht verloren und Unmengen von CO2 gelangen in die Atmosphäre.

Die Zerstörung der letzten Urwälder muss aufhören. Waldreservate und Nutzungspläne können retten, was zu retten ist. Greenpeace fordert die Regierungen auf, den industriellen Holzschlag im Urwald strikt zu kontrollieren und aufzuhalten.

«Jetzt, kurz vor Beginn der Regenzeit, werden entgegen Gesetz und ökologischem Gewissen landauf, landab Parzellen für Viehzucht und Ackerbau brandgerodet. Durch Unvorsichtigkeit entstandene Waldbrände seien in der Minderzahl, sagt Julio Pineda, ein Forstingenieur, der im Auftrag der Regierung die Brandbekämpfung im Petén (Guatemala) koordiniert. Dieses Jahr habe man 80 Waldbrände registriert. Dabei seien unerlaubterweise 70 000 Hektaren neue Viehweiden entstanden. Nur selten würden Sünder bestraft.»

Neue Zürcher Zeitung, 24. Juni 2005


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