Gletscherwasser für die Wissenschafter aus aller Welt

31.08.2009  Genf. Unter der Leitung der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) wurde heute in Genf die dritte Weltklimakonferenz zum Thema «Bessere Klimainformation für eine bessere Zukunft» eröffnet. Greenpeace-AktivistInnen überbrachten den an dieser bedeutsamen Konferenz teilnehmenden WissenschafterInnen vor Ort Unterstützung und Dank für ihre Arbeit. Sie appellierten an die Forscher, im Hinblick auf die Klimakonferenz in Kopenhagen die Regierungschefs zu den dringend nötigen Klimaschutzmassnahmen zu bewegen.

Die Teilnehmer der dritten Weltklimakonferenz im Internationalen Konferenzzentrum Genf wurden heute Morgen von einem Empfangskomitee aus Greenpeace-AktivistInnen willkommen geheissen. Als Dank für ihr Engagement und als Zeichen der Unterstützung wurde den Klimaforschern eine besondere Erfrischung serviert: Schweizer Gletscherwasser.

«Die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ummissverständlich, dass sich das Klima überall schneller verändert als erwartet. Die Schweiz als Alpenland und europäisches Wasserschloss ist vom Klimawandel besonders betroffen: In den letzten 25 Jahren haben die Gletscher ungefähr ein Drittel an Masse verloren», erklärt Cyrill Studer Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz. «Die an dieser Konferenz teilnehmenden Wissenschafterinnen und Wissenschafter dokumentieren den Klimawandel seit Jahren. Das Wasser aus der Gletscherschmelze führt uns drastisch vor Augen, wie dringlich die Lage ist. Jetzt muss endlich etwas getan werden!»

Letzte Woche haben Greenpeace-Aktivisten auf dem Gornergletscher im Wallis ein Lager aufgebaut. Am 25. August spannten sie dort ein Riesenbanner auf mit der Botschaft: «Our climate – your decision» (Unser Klima, eure Entscheidung). Damit sollten die Regierungschefs der ganzen Welt zum Handeln aufgerufen werden. Am Tag danach deponierten Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltorganisation in Bern vor dem Bundeshaus eine Steinplatte mit den eingemeisselten Forderungen an den Bundesrat, der an diesem Tag über die Revision des CO2-Gesetzes entschied. Nach Bekanntgabe des Bundesratsbeschlusses, bis 2020 nur 20% CO2-Emissionen zu reduzieren, protestierten sie vor Ort.

Die Hauptverantwortlichen für die aktuelle Klimasituation sind die Industrieländer – darunter auch die Schweiz. Greenpeace fordert diese Länder auf, an der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember, ihre Verantwortung wahrzunehmen und insbesondere:

  • bis 2020 die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 40% zu senken;
  • jährlich 170 Milliarden Schweizer Franken in einen Klimafonds zu speisen, um den Entwicklungsländern die Anpassung an die neuen Klimaverhältnisse zu ermöglichen, die Abholzung zu stoppen, sowie neue, klimafreundliche Technologien zur Energieproduktion zu fördern.
    Die Schweiz muss jährlich 1,3 Milliarden Schweizer Franken in diesen Fonds einzahlen.

Die Klimakonferenz von Kopenhagen findet in 15 Wochen statt. Sie  ist eine einzigartige – und vielleicht die letzte – Gelegenheit, ein wirksames weltweites Klimaregime einzuführen. Bis dahin lädt Greenpeace die Forschenden der Weltklimakonferenz von Genf ein, alles zu tun, um Entscheidungsträger und Bevölkerung davon zu überzeugen, dass einschneidende Massnahmen zum Klimaschutz jetzt beschlossen und umgesetzt werden müssen.

Kontakt:
Cyrill Studer, Klimakampagne Greenpeace, 079 786 33 28

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