Kunstinstallation von Spencer Tunick mit Greenpeace Schweiz


Aletschgletscher/Schweiz 18.8.07: Hunderte von Menschen posieren nackt für den Kiimaschutz. ©Greenpeace/Würtenberg

Aletschgletscher. Heute haben Hunderte von Menschen auf dem Schweizer Aletschgletscher für den Klimaschutz nackt posiert. Der US-Installationskünstler Spencer Tunick und Greenpeace Schweiz möchten mit dieser «lebenden Skulptur» die Verletzlichkeit des schwindenden Gletschers mit dem Menschen symbolisch in Verbindung bringen. Der Klimawandel verlangt nach schnellen und mutigen politischen Entscheidungen. Tunicks Gletscherbilder sollen dazu beitragen.

Schrumpfende Gletscher sind ein deutliches Zeichen für den globalen klimatischen Wandel. Wenn die Klimaerwärmung im heutigen Ausmass weiter voranschreitet, werden die meisten Gletscher im Jahr 2080 nur noch eine Geröllhalde zurücklassen. Die Alpengletscher haben in den letzten 150 Jahren etwa ein Drittel ihrer Fläche und rund die Hälfte ihrer Masse verloren. Der Aletschgletscher hat sich allein in der Einjahres-Messperiode 2005/2006 um rund 115 Meter zurückgezogen.

Die Bilder, die Spencer Tunick zusammen mit Greenpeace realisiert hat, sollen Bevölkerung und Politiker aufrütteln. Denn der Klimawandel bedroht auch die Menschheit: Der menschliche Körper ist verletzlich, genauso wie der sterbende Gletscher, lautet die Botschaft. Hunderte von Menschen setzten sich heute nackt der Eiseskälte aus, damit die Verantwortlichen endlich aufwachen und sich für sofortige, konsequente und mutige Klimaschutzmassnahmen erwärmen lassen. «Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann ist es bald zu spät», mahnt Markus Allemann, Kampagnenleiter bei Greenpeace Schweiz. Gemäss den IPCC-Klimaberichten bleiben nur noch acht Jahre, um die richtigen Schritte für die notwendige drastische Treibhausgas-Reduktion einzuleiten. Allemann: «Obwohl sie eine klare Sprache sprechen, reichen die Fakten offenbar nicht aus, um die Entscheidungsträger zum Handeln zu bringen. Nun braucht es Emotionen als Argumente.»

Der für seine spektakulären Installationen bekannte Künstler Spencer Tunick will mit seinen Bildern erreichen, dass die globale Klimaerwärmung nicht eine abstrakte Bedrohung bleibt, sondern dass die Menschen den Klimawandel ernst nehmen und mit sich selbst in Verbindung bringen: «Meine Bilder sollen dem Betrachter unter die Haut gehen. Er soll sich in seiner Existenz als Individuum berührt fühlen.»  

Greenpeace achtete auf eine umweltschonende Durchführung der Veranstaltung.

Markus Allemann, Kampagnenleiter Greenpeace Schweiz 079 833 15 69

Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz 078 682 00 91

Den Kontakt zu Spencer Tunick stellen wir auf Anfrage gerne für Sie her.

Der Einfluss des Klimawandels auf die Gletscher / Bundesamt für Landestopographie (download 54kb)

Magazin «greenpeace» 03 – Interview mit Spencer Tunick (download 80kb)