Sofortige Trinkwasser-Reinigung und Totalsanierungen gefordert


Die Basler Chemiemülldeponien sind ein langjähriges Thema. Hier die Deponie Le Letten im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz. ©Greenpeace/Ex-Press/Würtenberg

Erst die FbTK/Greenpeace-Auswertung der offiziellen Untersuchungsresultate zu den Deponien und zum Trinkwasser bringt es ans Licht: Mindestens 29 Deponie-Chemikalien verschmutzen die Trinkwasserbrunnen in der Muttenzer Hard. Brisant: Das offizielle Untersuchungsgremium und die Trinkwasserbehörde haben es bisher versäumt, ihre Deponie- und Trinkwasserdaten miteinander abgeglichen.

» Karte Greenpeace: Chemische Substanzen im Basler Trinkawasser 2004-2007 (Deponien, Bohrungen uns Messstellen)

  » Karte Greenpeace: Überblick Chemische Substanzen im Basler Trinkwasser 2004-2007

» Aktuell 17.12.07  11:49 BazOnline: Massnahmen zum Schutz des Trinkwassers in der Hard

Basel. Über 200’000 Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus der Muttenzer Hard – die be-rüchtigten Chemiemülldeponien liegen wenige hundert Meter davon entfernt. Vor zwei Wochen stellte das Gremium „Untersuchung Deponien Muttenz“ seine Schluss-berichte über die Chemiemüll-Deponien in Muttenz vor. Das Gremium untersuchte die Deponien und die Hardwasser AG unter Oberaufsicht des Kantonalen Laboratori-ums BL das Trinkwasser. Ihre Resultate aber tauschten sie nicht aus. So wusste in Muttenz die eine Hand nicht, was die andere tat – die zentrale Frage nach dem Ein-fluss der Deponien auf das Trinkwasser blieb ausser acht. Greenpeace und das Forum besorgter TrinkwasserkonsumentInnen haben das Versäumte nachgeholt und die Resultate der Trinkwasser- und Deponie-Untersuchungen zusammengeführt.

Die Erkenntnisse sind brisant: 32 teils hochgiftige Chemikalien hat man im Trinkwas-ser gemessen – 29 davon findet man in und um die Deponien, neun mittels Feststoff-analyse sogar direkt im Chemiemüll selber. Die Trinkwasserbrunnen wurden sehr selten untersucht. Trotzdem zeigen die wenigen, dafür systematischen Screening-Analysen: Je genauer man hinschaut, desto offensichtlicher ist die Verschmutzung durch Deponie-Chemikalien. Beispiel Hexachlorbutadien, Hexachlorethan und N-Butylbenzolsulfonamid: In Chemiemüllproben aus den Deponien wurden hohe Kon-zentrationen nachgewiesen, ebenso im Grundwasser um die Deponien, und verdünnt auch um Trinkwasser. Der Verlauf ins Trinkwasser untermauert, dass die Chemikalien aus den Deponien stammen.

Greenpeace und FbTK machen die Basler Chemiefirmen als Problemverursacher und das Kantonale Laboratorium Basel-Land als Trinkwasserbehörde dafür verantwortlich, dass den TrinkwasserkonsumentInnen wohl seit Jahrzehnten mit Deponie-Chemikalien angereichertes Trinkwasser verkauft wird. Wir fordern die Baselbieter Regierung eindringlich auf, die richtigen Schlüsse aus den Berichten zu ziehen und endlich zu handeln. Wir verlangen:

•Trinkwasser-Reinigung: Das Wasser aus der Hard muss wegen der Chemika-lienbelastung gereinigt werden, bevor es als Trinkwasser verkauft wird.

•Totalsanierungen der Muttenzer Deponien Feldreben, Margelacker, Rothaus-strasse: gefährlicher Chemiemüll muss umgehend ausgegraben werden.

•Verursacherprinzip: Novartis, Syngenta, Clariant und Ciba als Verursacher müssen die Totalsanierungen, die Trinkwasser-Reinigung und Laboranalysen bezah-len und das Geld in einer unabhängigen Sanierungs-Stiftung bereitstellen.

» Dr. Martin Forter, Altlastenexperte: Zusammenfassung zur Auswertung der Deponie- und Trinkwasserdaten

» Matthias Wüthrich, Chemiekampagne Greenpeace: Basler Trinkwasser

mit toxischen Deponie-Chemikalien angereichert

» Forum besorgter TrinkwasserkonsumentInnen: Alle Jahre wieder Giftstoffen im Trinkwasser

Kontakt:

Martin Forter, Altlastenexperte    +41 79 304 55 89

Käthi Aellen-Rumo, Präsidentin FbTK     +41 77 405 67 76

Matthias Wüthrich, Chemiekampagne Greenpeace (vor Ort)    +41 44 447 41 31