Heute haben Greenpeace und verschiedene Umwelt-, Bauern- und Konsumentenschutzorganisationen gegen die Bewilligung der Gentech-
Freilandexperimente in Zürich-Reckenholz eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Sie fordern UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger in einem Schreiben auf, die BAFU-Verfügungen zu sistieren.


03.10.2006 Spanien: Kornkreis in einem Feld mit gentechnisch verändertem Mais. ©Greenpeace/Pedro Armestre

Zürich. Am 6. Februar 2008 hat das BAFU den
Gentech-Experimenten der ETH und der Universität Zürich grünes
Licht erteilt. Gegen diesen Entscheid haben heute zwölf
Organisationen1 aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft
und Konsumentenschutz eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht.
Bundesrat Leuenberger wird darin aufgefordert, die Bewilligung
solange zu sistieren, bis sämtliche Informationen und Daten
vorliegen, die das BAFU nach Gesetz vor einer Freisetzung zwingend
prüfen muss.

Hauptkritikpunkt der Aufsichtsbeschwerde ist,
dass mit der Verfügung vom 6. Februar nochmals Fristverlängerungen
zur Datennachlieferung gewährt werden. «Während die
Gentech-Pflanzen im Freiland jederzeit ausgesät werden können,
wartet das BAFU noch immer auf Daten, die es vor einer
Bewilligungserteilung überprüfen müsste», sagt Marianne Künzle von
der Genschutz-Kampagne bei Greenpeace Schweiz. So wird den
Gentech-Forschern bis Ende 2008 nochmals Zeit eingeräumt,
Informationen nachzureichen. Es handelt sich dabei um die
vollständigen Testresultate zu den Gentech-Pflanzen selber, aber
auch um Informationen über mögliche Auswirkungen auf die Umwelt.
Alle diese Unterlagen hätten jedoch bereits am 15. Mai 2007, zum
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung, vorhanden sein müssen.

Das BAFU erteilt hier ohne seriöse Prüfung
Sonderbewilligungen im Schnellverfahren für riskante und teure
Gentech-Freisetzungen, die keine Antworten auf die wichtigen Fragen
der Schweizer Landwirte oder KonsumentInnen liefern werden.

Pressemitteilung

Aufsichtsbeschwerde (PDF)

Begleitbrief zur Aufsichtsbeschwerde
(PDF)

1 Greenpeace, Pro Natura, Bio Suisse, IP
Suisse, Kleinbauernvereinigung, Stiftung für Konsumentenschutz SKS,
Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, StopOGM, Basler Appell gegen
Gentechnologie, Public Eye on Science, Blauen-Institut,
anthrosana