Die Pressebilder der Gletscherinstallation von Greenpeace und Spencer Tunick haben weltweit ein riesiges Medienecho ausgelöst. Nun werden die Originalbilder von Spencer Tunick im Zentrum Paul Klee in Bern erstmals ausgestellt.


Aletschgletscher, Schweiz: Spencer Tunick päsentiert gemeinsam mit Greenpeace eine lebende Skulptur gegen den Klimawandel.©Greenpeace/Würtenberg

Bern. Der amerikanische Installationskünstler Spencer Tunick ist bekannt für seine spektakulären Aktionen, für die er Freiwillige in grossen Gruppen nackt posieren lässt. Mehr als sechshundert Personen folgten dem Aufruf von Greenpeace und dem US-amerikanischen Künstler Spencer Tunick und nahmen im vergangenen August an der Installation auf dem Aletschgletscher teil. Die Installation stellte symbolisch die Verletzlichkeit der schwindenden Gletscher und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Körpers dar. Schrumpfende Gletscher sind ein deutliches Zeichen für den Klimawandel und die Schweiz ist besonders davon betroffen. Die Aktion wurde innerhalb von Greenpeace zur Aktion des Jahres 2007 gewählt und das Foto des von Greenpeace beauftragten Pressefotografen, Michael Würtenberg, erhielt den begehrten Swisspress-Photo Preis.

Die Originalbilder des Installationskünstlers Spencer Tunick werden zum ersten Mal in der Ausstellung „Lost Paradise, Der Blick des Engels“ im Skulpturengarten des Paul Klee Zentrums gezeigt. „Lost Paradise“ ist Bestandteil der Ausstellung „Jenseits von Eden – eine Gartenschau“ und zeigt eine dunkle Ausstellung, die sich um Paul Klees „Angelus novus“ gruppiert. In diesem Rahmen werden fünf Exponate der Gletscherinstallation im Grossformat gezeigt. Tunicks Bilder nehmen im Kern das Spannungsfeld zwischen dem Garten Eden und dem verlorenen Paradies („Lost Paradise“) auf. Der Gletscher, der zum UNESCO-Welterbe gehört, ist ein Naturparadies, das droht, verloren zu gehen. Denn schreitet die Klimaerwärmung weiter fort, wird bis im Jahr 2080 nur noch nacktes Geröll übrig bleiben

„Jenseits von Eden – eine Gartenschau“ ist eine Ausstellung in drei Teilen, welche über die Ausstellungsräume in den Aussenbereich des Zentrums hinaus greift. Im Erdgeschoss des Zentrums sind unter dem Titel „In Paul Klees Zaubergarten“ mehr als hundert Meisterwerke von Paul Klee ausgestellt, die um das Thema Garten und Natur kreisen. Im Kontrast zu den lichten Gartenbildern zeigt „Lost Paradise“ im Aussenbereich des Zentrums, im Skulpturengarten, eine dunkle Ausstellung. Hinter dem Zentrum verwandelt „Jenseits von Eden“ das Ackerland in eine Kunst-Spielwiese mit Open-Air-Happenings an den Wochenenden.

Die Ausstellung „Lost Paradise, der Blick des Engels“ ist vom 31. Mai bis zum 26. Oktober geöffnet. Die Besichtigung der Ausstellungen in den Aussenbereichen ist kostenlos. Die Besichtigung der Exponate im Innenbereich des Zentrums kostet 16 Franken.