30. August 2008: Greenpeace Aktivisten versenken Natursteine zum Schutz des Sylter Aussenriffs. © Fred Dott / Greenpeace
30. August 2008: Greenpeace Aktivisten versenken Natursteine zum Schutz des Sylter Aussenriffs. © Fred Dott / Greenpeace

Im August 2008 hatten Greenpeace-Aktivisten Naturfelsen zum Schutz vor der Schleppnetz-Fischerei am Sylter Aussenriff versenkt. Die Aktion wurde heftig kritisiert, als illegal bezeichnet und vorzeitig abgebrochen. Von den geplanten 1000 Steinen konnten nur 320 ins Wasser gelassen werden. Nun hat Greenpeace untersucht, was aus den versenkten Steinen geworden ist.

Greenpeace-Taucher hatten in den vergangenen Wochen den Zustand der Steine in 30 Meter Wassertiefe kontrolliert und Proben genommen. Die Auswertung eines unabhängigen Gutachterbüros kommt zu dem Schluss, dass die Steine ein vielfältiges Leben ermöglichen.

Stein auf dem Grund des Sylter Aussenriffs mit Bewuchs und Krebs. © Peter Jonas / Greenpeace
Stein auf dem Grund des Sylter Aussenriffs mit Bewuchs und Krebs. © Peter Jonas / Greenpeace

Seenelken und Moostierchen siedeln sich an, Butterfisch und Zwergbutt wird Nahrung und Schutz geboten, Tintenfische legen hier ihren Laich ab. Die Taucher konnten sogar Schweinswale, die zur Paarung und Geburt in das Schutzgebiet kommen, beobachten. Im Aussenriff können sich Schollen und Seezungen erholen und zukünftig ausserhalb des Schutzgebietes wieder vermehrt gefangen werden.

Die Untersuchung der Steine zeigt auch, dass dort im letzten Jahr keine Schleppnetz-Fischerei mehr stattgefunden hat. Das ist der Grund, warum zahlreiche Arten die mehr als 300 Tonnen Felsgestein besiedeln können.

Das Sylter Aussenriff ist eines der seltenen Steinriffe in der Nordsee. Obwohl das 5300 Quadratkilometer grosse Gebiet vor Sylt und Amrum schon vor fünf Jahren als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, werfen Fischer dort ihre Schleppnetze aus und pflügen den Meeresboden um.

Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen und werden als Beifang tot wieder über Bord geworfen. Zudem bedrohen schwere Saugbagger für den Abbau von Sand und Kies die Artenvielfalt im Schutzgebiet.

Um die Fischbestände in den Gewässern vor Schweden zu schützen, wird Greenpeace ab August auch dort Steine in zwei Schutzgebieten versenken.

Video: NDR Beitrag zum Thema

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