In der EU (und der Schweiz) wird – so scheint mir – die fragwürdige Kunst des Klima-Mikados gepflegt: Der erste, der sich bewegt, hat verloren.

In der EU (und der Schweiz) wird – so scheint mir – die fragwürdige Kunst des Klima-Mikados gepflegt: Der erste, der sich bewegt, hat verloren.

In Brüssel haben sich letzten, Montag, K-13 (eine Glückszahl?), die EU-Staatschefs getroffen. Meine Erwartungen konkrete Resultate zu vernehmen waren im Vorfeld sehr bescheiden. Wenn sich Europa schon nicht auf notwendige Klimaziele einigen kann, dann wenigstens auf eine gemeinsame Haltung? Auf mehr Klarheit? Und vielleicht sogar auf Geld für Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel, Waldschutz und Technologietransfers in die Entwicklungsländer?

Nun hat sich gezeigt, dass vielleicht, eventuell, möglicherweise doch etwas Bewegung ins europäische Klima-Mikado kommt, sehr behutsam, auf der Richterskala einem Erdbeben der Grösse 0.03852 (von insgesamt 10) entsprechend. Vielleicht weil die EU-Staatschefs feststellten, dass (mit neuen positiven Klima-Verpflichtungen aus Russland (minus 25%), Norwegen (minus 40%), Japan (minus 25%) und all denen, die in diesem Blog bereits genannt wurden) die Welt rund herum sich doch bewegt. Galileo, dieser globale Urwissenschaftler, war ja auch ein Europäer…

Apropos 0.03852: Das ist gemäss brandneuen offiziellen Zahlen der prozentuale Anteil von CO2 in der Atmosphäre,also unserer Luft (Quelle: Klimaninfo.ch). Vor der Industrialisierung lag dieser Wert bei 0.028. Bis vor einigen Jahren betrug der jährliche Anstieg 0.00015, neuerdings 0.0002. Big things have small beginnings. Wer hätte gedacht, dass so kleine Zahlen die Menschheit an den Rand der globalen Katastrophe schubsen? Genau darüber ist sich die Wissenschaft aber einig und verlangt drastische Reduktionsmassnahmen für CO2.

Apropos Wissenschaft: «Wir können die Wissenschaft nicht ändern. Aber wir können die Politik verändern», sagt Kumi Naidoo, der neue International Executive Director von Greenpeace, der seit diesem Wochenende das Szepter in der Hand hält. Ohne diese Überzeugung könnte auch ich als Klima-Campainer gar nicht weitermachen.

Gib der Erde den richtigen Dreh!
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