Greenpeace-Aktionen in England, Deutschland und den Niederlanden lancieren neue Kampagne


Heutige Aktion von Greenpeace UK in Croydon, England.

Amsterdam – Nestlé verwendet Palmöl aus indonesischer Urwald- und Torflandzerstörung. Produkte wie Kit Kat bringen die selten gewordenen Orang-Utans an den Rand der Ausrottung und beschleunigen den Klimawandel. Dies zeigt ein brandneuer Bericht von Greenpeace International.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Reports fordern Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten aus verschiedenen Ländern, darunter auch aus der Schweiz, die Mitarbeitenden der Büros von Nestlé in England auf, kein Palmöl mehr einzukaufen, das aus indonesischer Urwaldzerstörung stammt. Weitere solche Aktionen fanden bei Nestlé-Standorten in den Niederlanden sowie in Deutschland statt. Die heutigen Aktivitäten sind der Auftakt zu einer neuen Kampagne, die Nestlé davon überzeugen soll, kein Palmöl mehr einzukaufen, das aus Urwaldzerstörung stammt.

«CAUGHT RED HANDED – how Nestlé’s use of palmoil is having a devastating impact on rainforest, the climate and orang-utans» zeigt wie Nestlé für seine Produkte wie Kit Kat Palmöl von der Sinar-Mas-Gruppe bezieht. Diese ist Indonesiens grösste Produzentin von Palmöl und dringt dafür immer tiefer in die Urwälder und Torfgebiete sowie in die letzten Orang-Utan-Habitate vor. «Nestlé muss den Menschenaffen eine Pause geben und künftig auf Palmöl von Lieferanten verzichten, die nachweislich den Urwald zerstören», sagt Daniela Montalto von Greenpeace International. 

Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé ist einer der Hauptverbraucher von Palmöl. In den letzten drei Jahren nahm sein Verbrauch von Palmöl um fast das Doppelte auf 320’000 Tonnen zu. Der Konzern setzt es in vielen seiner Produkte ein, darunter auch in den Kit-Kat-Schokoriegeln. Im Dezember 2009 hatte Greenpeace die Firma Nestlé bereits schriftlich darauf hingewiesen, dass Sinar Mas indonesisches Recht bricht und seine Verpflichtungen als Mitglied des «Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO)» ignoriert. Der RSPO verspricht eigentlich, die Palmöl-Industrie nachhaltiger zu machen. Doch es zeigt sich, dass Sinar Mas die Urwaldzerstörung weiter vorantreibt.

Angesichts der unakzeptablen unökologischen Praktiken von Sinar Mas haben verschiedene andere Lebensmittelproduzenten wie Unilever und Kraft ihre Verträge mit der Gruppe gekündigt. «Andere grosse Unternehmen werden ebenfalls aktiv, doch Nestlé ignoriert die Machenschaften von Sinar Mas noch immer. Es ist Zeit, dass der Konzern Verantwortung übernimmt, seinen Vertrag mit Sinar Mas kündigt und ein Ende der Zerstörung von Urwald und Torfgebieten unterstützt», so Montalto.

Indonesien weist eine der weltweit höchsten Raten von Urwaldzerstörung auf. Die Ölpalm-Plantagen ist eine der Hauptursachen. Nach den USA und China ist Indonesien deshalb mittlerweile der drittgrösste Emittent von Treibhausgasen weltweit.

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Video und Informationen zur Kampagne unter www.greenpeace.org/kitkat

Mehr zur Aktion in England bei Greenpeace UK