In der Umgebung der Uranerzminen im Niger ist die Bevölkerung erhöhter radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Messungen von Greenpeace in den Städten Arlit und Akokan zeigen, dass die Urankontamination in vier von fünf Wasserproben die Richtwerte der WHO übersteigt.


© Greenpeace / Philip Reynaers

Strahlendes Abraummaterial aus den Minen wurde verwendet, um Strassen auszubessern und Häuser zu bauen, Metallteile landen auf den lokalen Märkten und werden zu Gebrauchsgegenständen verarbeitet. „Die Radioaktivität fordert Opfer und verschlimmert die Armut, weil wir jeden Tag der Strahlung ausgesetzt sind. Wir sind umgeben von kontaminierter Luft, vergiftetem Wasser und vergifteten Böden“, sagt Almoustapha Alhacen, Präsident der nigrischen NGO Aghir in’Man. Der französische Atomkonzern AREVA verdiene mit dem Uranerz des Landes hunderte von Millionen.

Greenpeace im November 2009  in den Städten Arlit und Akokan, die ein paar Kilometer von den Uranminen weg liegen, die Radioaktivität im Boden, im Wasser und der Luft gemessen. In Zusammenarbeit mit der französischen Organisation CRIIRAD wurden die Proben analysiert. „Unsere Analysen zeigen, dass die Urankontamination in vier von fünf Wasserproben die Richtwerte der WHO übersteigt. Die Proben enthielten Uran, gelöstes Radon und Chemikalien. Dieses Wasser wird von der Bevölkerung und den Minenarbeitern getrunken“, sagt Bruno Chareyron, Atomphysiker von CRIIRAD.

Zum Kundenstamm von AREVA gehören auch vier der fünf Schweizer Atomkraftwerke. Bereits in den 90er Jahren wurde in der Schweiz afrikanisches Uran von AREVA eingesetzt. Wieviel Uran aus dem Niger heute und in Zukunft in den schweizerischen Reaktoren verbrannt wird, ist nicht bekannt. Anfragen haben die Betreiber unter Berufung auf das Geschäftsgeheimnis nicht beantwortet.

„Der Niger-Bericht von Greenpeace zeigt, dass die Produktion von Atomstrom nicht sauber und umweltfreundlich ist wie die Atomindustrie behauptet“, sagt Greenpeace-Atomspezialist Stefan Füglister. „Die Verstrahlung von Menschen beginnt bereits beim Abbau des Uranerzes.“

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