Venedig/Wien. Dreißig Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Österreich protestieren seit heute Früh am Lido von Venedig gegen die Atompläne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Geht es nach ihm, wird im Urlaubsparadies bald nicht mehr nur die Sonne strahlen, denn Berlusconi plant den Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie.

Venedig/Wien. Dreißig Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Österreich protestieren seit heute Früh am Lido von Venedig gegen die Atompläne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Geht es nach ihm, wird im Urlaubsparadies bald nicht mehr nur die Sonne strahlen, denn Berlusconi plant den Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie.


1500m2 Banner am Strand von Venedig | © Francesco Alesi / Greenpeace

Die Aktivisten stellen sich mit einem 1.500 Quadratmeter großen Anti-Atom-Zeichen gegen den Bau eines Atomkraftwerkes an der oberen Adria. Die Umweltaktivisten übergaben im Rahmen ihres Protestes auch eine Petition an Luca Zaia, Gouverneur von Venetien, in der sie ihn dazu aufrufen, die Region zu einer „Atomkraftfreien Zone“ zu machen. Bereits in der letzten Woche hatte sich Greenpeace in Österreich mit der Forderung an alle neun Landeshauptleute gewandt, Druck auf ihren Amtskollegen im nahen Venetien auszuüben.

In den kommenden Jahren ist der Bau von vier neuen Atomkraftwerken in Italien vorgesehen, darunter eines in Chioggia, südlich von Venedig, in unmittelbarer Nähe zu den äußerst beliebten Stränden in Lignano, Jesolo, Caorle sowie Bibione.

Mehrheit gegen Atomkraftwerke

Italiens Regierungschef Berlusconi ignoriert damit die Mehrheit der italienischen Bevölkerung, die sich 1987 im Rahmen einer Volksabstimmung für den Ausstieg aus der Kernenergie ausgesprochen hat. „Italien braucht keine Atomkraft, die eine höchst riskante sowie teure Energieform darstellt und uns im Kampf gegen den Klimawandel nur aufhält. Die Kernkraft stellt eine Gefahr für die gesamte italienische Halbinsel dar, insbesondere für Norditalien und das Po-Delta“, erklärte anlässlich des heutigen Protests Alessandro Gianni, Kampagnendirektor von Greenpeace Italien.


1500m2 Banner am Strand von Venedig | © Francesco Alesi / Greenpeace

Erneuerbare im Aufwind

Effizienzmaßnahmen und Erneuerbare Energieträger werden in Italien bereits 2020 einen dreimal so hohen Beitrag zur Stromgewinnung leisten wie die aktuellen Atompläne. Auch sprechen sich nach wie vor zwei Drittel aller Italiener gegen Kernkraft aus. Dennoch arbeitet die italienische Regierung unter Berlusconi zurzeit fieberhaft an den gesetzlichen Grundlagen für die geplanten Atomkraftwerke. Dabei will Italien auf die EPR-Technologie (European Pressurized Reactor) setzen, die weltweit bislang nirgendwo ans Netz gegangen ist. Der Prototyp wird gerade in Finnland und Frankreich gebaut, wobei diesbezüglich vor allem Sicherheitsmängel, Verzögerungen und massive Überschreitungen der Baukosten an die Öffentlichkeit gelangt sind.


1500m2 Banner am Strand von Venedig | © Francesco Alesi / Greenpeace

Greenpeace fordert

Bisher gab es nichts als leere Versprechen und Absichtserklärungen von Venetien gegen Berlusconis Atompläne. Gouverneur Luca Zaia muss Venetien zu einer ‚Atomkraftfreien Zone’ erklären und so aktiv Widerstand gegen Italiens Premier Berlusconi leisten.

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