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Louisiana © Kate Davison / Greenpeace

Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel- Explosion im Golf von Mexiko meldet BP das Bohrloch sei verschlossen. Der «finale Akt» zur Versiegelung steht jedoch noch aus: Ab Mitte August soll über eine seitliche Entlastungsbohrung auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschlossen werden.


Louisiana © Kate Davison / Greenpeace

Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel- Explosion im Golf von Mexiko meldet BP das Bohrloch sei verschlossen. Der «finale Akt» zur Versiegelung steht jedoch noch aus: Ab Mitte August soll über eine seitliche Entlastungsbohrung auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschlossen werden.

Erst dann kann wirklich vom erfolgreichen Schliessen des Loches gesprochen werden. Gelingt dies, dann ist gerade mal Schritt 1 gemacht – BP muss dann mit Hochdruck die Aufräumarbeiten weiter vorantreiben sowie den finanziellen Verpflichtungen aus den Folgen der Ölkatastrophe nachkommen. Auf Druck der Regierung und um jahrelangen rechtlichen Streitereien vorzubeugen musste BP bereits 20 Milliarden Dollar für Aufräumarbeiten auf ein Sperrkonto einbezahlen. Inzwischen ist klar, dass es mehr braucht.

Aktuellsten Angaben zufolge sollen seit dem 20. April rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen sein. Die Katastrophe ist damit der grösste Ölunfall aller Zeiten. So hatte zum Beispiel die 1989 vor Alaska gesunkene Exxon Valdez „nur“ 41 Mio. Liter Öl im Meer verteilt, rund 20 Mal weniger – trotzdem sind die Auswirkungen noch heute feststellbar. Das ausgeströmte Öl gefährdet Ökosysteme und beeinträchtigt den Ozean über Jahrzehnte, in noch unbekannter Art und Ausmass. Welchen Einfluss die zur Bekämpfung der Ölpest im grossen Stil eingesetzte Chemikeule Corexit auf die Tiere, Pflanzen und Ökosystem hat, ist unerforscht und unbekannt.

Um das wahre Ausmass und die Folgen der Ölpest zu untersuchen ist Greenpeace mit dem Schiff „Arctic Sunrise“ ab 8. August für drei Monate im Golf von Mexiko. Die Besatzung, zusammen mit unabhängigen Wissenschaftlern und Forschern, wird auf dieser Expedition das Ökosystem unter die Lupe nehmen und Resultate präsentieren.

Greenpeace fordert von BP und sämtlichen anderen Ölmultis, ihre gefährlichen Expansionspläne einzustellen und die Öl-Förderung in der Tiefsee und in sensiblen Ökosystemen zu stoppen. Dringend nötig ist ein sofortiger Wechsel in der Energiepolitik: weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz.

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