Bei den dürrebedingten Waldbränden in Russland droht eine neue, alte Gefahr: Experten warnen davor, dass die Flammen auf radioaktiv verseuchte Gebiete übergreifen könnten. Das meldet heute die Schweizerische Depeschenagentur (sda).

Bei den dürrebedingten Waldbränden in Russland droht eine neue, alte Gefahr: Experten warnen davor, dass die Flammen auf radioaktiv verseuchte Gebiete übergreifen könnten. Das meldet heute die Schweizerische Depeschenagentur (sda).

Besonders sorgfältig werde die Situation in der Provinz Brjansk beobachtet, sagte gestern Donnerstag Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu im russischen Staatsfernsehen. Diese Region wurde im Jahr 1986 bei der Explosion der Atomreaktors Tschernobyl am schwersten verseucht. Schoigu: „Wenn dort ein Feuer ausbricht, könnten mit dem Rauch radioaktive Partikel aufsteigen.“ Die Folgen wären verheerend.

Gemäss den gestrigen Aussagen des Katastrophenschutzministers sind bereits zwei Feuer in diesen sensiblen Gebieten ausgebrochen, aber sehr schnell wieder gelöscht worden. Aktuell gibt es keine entsprechenden Meldungen, doch bleibt gemäss unseren Greenpeace-Kollegen in Russland angsichts der extremen Hitze (über 40 Grad) das Risiko für Waldbrände auch hier sehr hoch. Greenpeace Russland fordert deshalb besondere Massnahmen zum Schutz der fraglichen Wälder. Ein intensives Monitoring muss eingerichtet werden, und es braucht ein Verbot, diese Wälder zu betreten. Zurzeit verstärkt das Katastrophenministerium die Präsenz in den Risikogebieten.

Abgesehen von Brjansk gelten weitere 9 Provinzen offiziell als durch die Tschernobyl-Katastrophe versucht. Auch im südlichen Ural gibt es radioaktiv belastete Gebiete. Verantwortlich dafür sind mehrere Unglücke im Wiederaufbereitungslager Mayak.

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