Für eine Welt ohne Atomwaffen

Vom 25.-28. August findet in Basel der 19. IPPNW-Weltkongress statt. Der Zeitpunkt des Kongresses ist spannend gewählt: Die nukleare Abrüstung hat unter Obama wieder Schwung erhalten. Doch wie es wirklich um die Vision einer „Welt ohne Atomwaffen“ steht, wird sich erst nach Abschluss der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag im Mai in New York zeigen. Der Weltkongress der IPPNW will den Dialog fördern zwischen Sicherheitsexperten und Praktikern, die heute eine nukleare Abrüstung befürworten und den Vertretern der Zivilgesellschaft. Die Schweiz als neutrales Land ist dafür ein guter Ort. „Nuclear abolition: for a future!“ lautet der Titel des Kongresses, der um den Vorkongress „Uranabbau, Gesundheit und Indigene Völker“ ergänzt wird.

Sacred Land, Poisoned Peoples – Uranabbau, Gesundheit und indigene Völker

Gut dreiviertel des Urans weltweit werden bis heute auf den Territorien indigener Völker abgebaut. Die größten Reserven liegen in Kanada und Australien; weitere wichtige Uranproduzenten sind Kasachstan, Niger, Russland, Namibia und Usbekistan. Die Exploration setzt sich in der Amazonasregion Brasiliens, in Tansania und in Mali fort.

Die Identität der indigenen Völker ist aufs Engste mit ihrer Umwelt verknüpft. Uranbergbau zerstört ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur, ihre heiligen Stätten und auf viele Generationen hinaus ihre Gesundheit. Der Bergbau kontaminiert das Grundwasser, und in den anfallenden Abraumhalden bleiben 80 Prozent der ursprünglichen radioaktiven Strahlung erhalten.
Die am häufigsten festgestellte Folgekrankheit ist Lungenkrebs. Als Ursache wird das alphastrahlende Edelgas Radon angesehen, das als Spaltprodukt von Uran in den Stollen vorhanden ist und eingeatmet wird. Weitere nachgewiesene Erkrankungen außerhalb des Atemtrakts sind andere Karzinomerkrankungen wie Leukämie, Magen-, Leber-, Darm-, Nieren- und Hautkrebs, ebenso psychische Störungen und Missbildungen.
Dieser Tatbestand der Menschenrechtsverletzung wird von den Medien vernachlässigt und von den Verantwortlichen unterschlagen.

Die Konferenz wird Sprechern und Sprecherinnen bedrohter indigener Völker Gelegenheit geben, sowohl an die europäische Öffentlichkeit zu treten, Kontakte zu PolitikerInnen und Nichtregierungsorganisationen als auch untereinander ihr solidarisches Netz enger zu knüpfen. Um der Verschiedenheit der indigenen Kulturen Rechnung zu tragen, wird die Struktur der Konferenz einer Weltreise entsprechen: Ein „Talking Stick“ wird um die Welt gereicht: Deutschland – Kanada – USA – Australien – Indien – Afrika – Südamerika – Russland.
Ergänzt wird die Weltreise durch neue wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Gefahren des Uran-abbaus für die indigene Bevölkerung, die Minenarbeiter und die nachfolgenden Generationen.

Auf der Uranstory Website finden Sie weiterführende Informationen zur Urankette, die von der Atomlobby gerne als Urankreislauf angepriesen wird.

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