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Greenpeace Strahlenexperten in Japan

Greenpeace fordert Evakuierungen ausserhalb der 20-Kilometer-Zone


Greenpeace Strahlenexperten in Japan

Greenpeace fordert Evakuierungen ausserhalb der 20-Kilometer-Zone

Aus den havarierten Atomkraftwerken von Fukushima ist so viel Radioaktivität ausgetreten, dass die Unfälle auf der Stufe 7 der INES-Skala einklassiert werden müssten. Auch ausserhalb der Evakuierungszone sind die Strahlungswerte teilweise so hoch, dass die Menschen das Gebiet eigentlich verlassen müssten.

Ein Greenpeace-Strahlungs-Team, das seit einigen Tagen in Japan ist, hat 40 Kilometer nordöstlich von Fukushima-Daiichi Strahlenwerte bis zehn Mikrosievert pro Stunde gemessen. Wer sich im betroffenen Dorf Iitate aufhält, ist in wenigen Tagen einer Strahlendosis ausgesetzt, die der jährlich erlaubten Höchstdosis entspricht. Angesichts dieser Strahlenwerte hält Greenpeace eine Evakuierung des betroffenen Gebietes für geboten.

Eine Greenpeace-Studie auf der Basis der Radioaktivitätswerte des französischen Strahlenschutzinstituts IRSN und der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt zudem, dass der Unfall in Fukushima auf der höchsten Stufe 7 der internationalen Atomunfall-Skala INES eingestuft werden müsste. Bisher wurde lediglich der GAU in Tschernobyl auf dieser Stufe einklassiert. Die japanischen Behörden sprechen noch immer von einem Unfall der Schwerestufe 5.

Bei Atomunfällen der Stufen 4 – 7 ist in erster Linie die Menge an Radioaktivität, die in die Umwelt gelangt, für die Einstufung entscheidend. Gemäss dem INES-Handbuch erfordert ein Radioaktivitäts-Ausstoss von „mehr als einigen 10.000 TeraBecquerel Jod-131-Äquivalenten“ eine Klassierung auf Stufe 7. Basierend auf den Schätzungen des französischen IRSN und der österreichischen ZAMG wurden diese Werte längst überschritten.

Die in den Reaktoren Fukushima 1-3 ausgetretene Radioaktivität (vor allem Jod 131-Nukleide und Cäsium 137-Nukleide) betrug gemäss IRSN allein zwischen dem 12. Und dem 23. März 90.000 TeraBq J-131 und 10.000 TeraBq Cs-137. Das ZAMG geht sogar von 400.000 TeraBq J-131 und 85.000 TeraBq Cs-137 aus.

Da die Cäsium-Werte mit 40 multipliziert werden müssen, um auf Jod-Äquivalente zu kommen, überschreitet bereits die Freisetzung der einzelnen Reaktorblöcke 1-3 das Limit und macht eine Einstufung auf Stufe 7 erforderlich.

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