Greenpeace hat heute einen Bericht über die Kosten der Wasser-Verschmutzung durch die Industrie veröffentlicht und lanciert damit eine internationale Wasserschutz-Kampagne. Als abschreckendes Lern-Beispiel dafür, dass sich Umweltverschmutzung nicht lohnt, dienen unter anderem die Schweizer Chemiemülldeponien, die die Basler Chemie nun zu enorm hohen Kosten totalsanieren muss. Die Länder des Südens dürfen die Fehler des Nordens nicht wiederholen.

Greenpeace hat heute einen Bericht über die Kosten der Wasser-Verschmutzung durch die Industrie veröffentlicht und lanciert damit eine internationale Wasserschutz-Kampagne. Als abschreckendes Lern-Beispiel dafür, dass sich Umweltverschmutzung nicht lohnt, dienen unter anderem die Schweizer Chemiemülldeponien, die die Basler Chemie nun zu enorm hohen Kosten totalsanieren muss. Die Länder des Südens dürfen die Fehler des Nordens nicht wiederholen.

Verschmutzung durch Industrie stellt für die Wasserressourcen weltweit eine grosse Bedrohung dar, wie ein neuer Greenpeace-Bericht und Bilder aus Asien zeigen. Ganz besonders gilt das auf der südlichen Halbkugel, wo immer noch die Ansicht vorherrscht, Umweltverschmutzung sei eben der Preis für den Fortschritt. Meist wird zudem angenommen, die Bekämpfung der Umweltverschmutzung sei zu teuer, ihre Vermeidung zu schwierig und nicht durchführbar, und die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft könnten zu irgendeinem späteren Zeitpunkt bewältigt werden.

Noch schlimmer wird alles durch die verbreitete Fehlauffassung, sämtliche Schadstoffe, gleich wie toxisch sie sind, liessen sich einfach durch Kläranlagen herausfiltern. Diese Kurzsichtigkeit hat zu der weit verbreiteten Unsitte geführt, unbekannte, oft gefährliche Chemikalien einfach ins Wasser zu leiten. Bleiben jedoch schwer abbaubare Substanzen unerkannt bzw. werden sie ignoriert, kann dies zur langfristigen, irreversiblen Schädigung von Gesundheit und Umwelt führen.

In Ostasien, Südostasien und anderen Teilen der Erde mit rasch zunehmender Industrialisierung besteht die Gefahr, dass Ausgaben auch nur für ein Minimum an Umweltschutzmassnahmen, ganz zu schweigen von der Vermeidung von Gefahrstoffen durch Ersatzstoffe, als unnötige Behinderung des wirtschaftlichen Wachstums angesehen werden. Die Fallstudien aus den nördlichen Ländern zeigen, dass ‚Sparmodelle‘, die bei Verwendung und Entsorgung gefährlicher Chemikalien stets den billigsten Weg gehen, auf lange Sicht oft zu enormen Folgekosten und Verlusten führen. Irgendjemand muss diese Kosten schliesslich tragen, und das ist letzten Endes entweder das verursachende Unternehmen oder der Steuerzahler, oft auch beide.

Als Abschreckbeispiel dient die Schweizer Chemiemüllproblematik in der Region Basel. Nach jahrelanger Greenpeace-Kampagne werden diese nun endlich saniert. Die Kosten dafür sind enorm: Von Ende der 1950er-Jahre bis 2009 sparte die Basler Chemische Industrie mit der Billig-Ablagerung im Vergleich zu den damals üblichen Techniken Entsorgungskosten in der Grössenordnung von 150 Millionen Franken. Dagegen stehen die Kosten, die Novartis, Roche und Co in den letzten Jahren aufbringen mussten, um zu untersuchen und wieder aufzuräumen: Bis 2010 waren es bereits rund 800 Millionen Franken, also schon das fünffache dessen, was die Industrie mit der billigen Ablagerung des Chemiemülls damals eingespart hatte. Die Bereinigung der «Sünden der Vergangenheit» allein in der Region Basel und Bonfol wird die Basler Chemieunternehmen zwischen 1.5 und 2 Milliarden Franken kosten. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie hier.

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