Zoom

Die Bohrplattform Leiv Eriksson soll in der Arktis nach Öl suchen.

Die britische Regierung geht davon aus, dass ein Ölbohrunfall wie im Golf von Mexiko im arktischen Meer nicht unter Kontrolle gebracht werden könnte. Trotzdem bringt der schottische Ölkonzern Cairn Energy in der Arktis eine Plattform in Position, die in 1500 Metern Tiefe nach Öl bohren soll. Die „Leiv Eiriksson“ lässt sich dabei von einem dänischen Kriegsschiff beschützen. Eine ganze Woche haben die Greenpeace-Schiffe „Esperanza“ und „Arctic Sunrise“ in der „Eisberg-Allee“ zwischen Grönland und Kanada nach der riesigen Ölplattform gesucht. Das dänische Kriegsschiff, das sie begleitet, soll die Aktivisten wohl daran hindern, sich der Bohrplattform zu nähern. Denn bereits im April hatten Greenpeace-Aktivisten die „Leiv Eiriksson“ geentert und versucht, sie am Auslaufen aus einem türkischen Hafen zu hindern. Viel steht auf dem Spiel: Die „Leiv Eiriksson“ ist die Vorhut der immer weiter nach Norden vordringenden Ölindustrie. Wenn sie in der Arktis Öl findet, werden andere Konzerne nachrücken. Für die Zukunft der Arktis sind die Ölbohrungen eine immense Bedrohung, die Risiken der Exploration in der eisigen See sind enorm. Selbst Experten der britischen Regierung gehen davon aus, dass ein Unfall wie im Golf von Mexiko noch weit verheerendere Auswirkungen haben würde. Ein Grund sei, dass ölfressende Bakterien, die im Golf von Mexiko eine zentrale Rolle spielten, bei arktischen Minustemperaturen kaum noch aktiv sind. Technische Massnahmen wie Entlastungsbohrungen oder das Stopfen eines Lecks wären bei eisiger Kälte und arktischen Stürmen gemäss dem britischen Foreign Office so gut wie unmöglich. Ausserdem sei die arktische Region so abgelegen, dass es enorm lange dauern würde, bevor technisches Equipment zur Bekämpfung einer Ölpest herangeschafft werden könnte. Wenn die Arktis im Winter zufriert, wären jegliche Operationen gänzlich unmöglich. Cairn weigert sich, einen Plan zur Bekämpfung eines oil-spills vorzulegen und hat im Notfall lediglich 14 Schiffe zur Verfügung. Im Golf von Mexiko waren dagegen 6500 Schiffe und 50.000 Menschen im Einsatz, um das ausfliessende Öl aufzufangen oder von der Küste zu kratzen. Greenpeace ist mit seinen Schiffen vor Ort, weil nur ein Verbot von Ölbohrungen die empfindliche Arktis und ihre einzigartige Tierwelt schützen kann. Blauwale, Eisbären, Seehunde, Haie und viele Zugvögel sind ebenso bedroht wie der Narwal, von dem fast der ganze Bestand in der Baffin Bay beheimatet ist.


Die Bohrplattform Leiv Eriksson soll in der Arktis nach Öl suchen.

Die britische Regierung geht davon aus, dass ein Ölbohrunfall wie im Golf von Mexiko im arktischen Meer nicht unter Kontrolle gebracht werden könnte. Trotzdem bringt der schottische Ölkonzern Cairn Energy in der Arktis eine Plattform in Position, die in 1500 Metern Tiefe nach Öl bohren soll. Die „Leiv Eiriksson“ lässt sich dabei von einem dänischen Kriegsschiff beschützen.

Eine ganze Woche haben die Greenpeace-Schiffe „Esperanza“ und „Arctic Sunrise“ in der „Eisberg-Allee“ zwischen Grönland und Kanada nach der riesigen Ölplattform gesucht. Das dänische Kriegsschiff, das sie begleitet, soll die Aktivisten wohl daran hindern, sich der Bohrplattform zu nähern. Denn bereits im April hatten Greenpeace-Aktivisten die „Leiv Eiriksson“ geentert und versucht, sie am Auslaufen aus einem türkischen Hafen zu hindern.

Viel steht auf dem Spiel: Die „Leiv Eiriksson“ ist die Vorhut der immer weiter nach Norden vordringenden Ölindustrie. Wenn sie in der Arktis Öl findet, werden andere Konzerne nachrücken. Für die Zukunft der Arktis sind die Ölbohrungen eine immense Bedrohung, die Risiken der Exploration in der eisigen See sind enorm.

Selbst Experten der britischen Regierung gehen davon aus, dass ein Unfall wie im Golf von Mexiko noch weit verheerendere Auswirkungen haben würde. Ein Grund sei, dass ölfressende Bakterien, die im Golf von Mexiko eine zentrale Rolle spielten, bei arktischen Minustemperaturen kaum noch aktiv sind. Technische Massnahmen wie Entlastungsbohrungen oder das Stopfen eines Lecks wären bei eisiger Kälte und arktischen Stürmen gemäss dem britischen Foreign Office so gut wie unmöglich.

Ausserdem sei die arktische Region so abgelegen, dass es enorm lange dauern würde, bevor technisches Equipment zur Bekämpfung einer Ölpest herangeschafft werden könnte. Wenn die Arktis im Winter zufriert, wären jegliche Operationen gänzlich unmöglich. Cairn weigert sich, einen Plan zur Bekämpfung eines oil-spills vorzulegen und hat im Notfall lediglich 14 Schiffe zur Verfügung. Im Golf von Mexiko waren dagegen 6500 Schiffe und 50.000 Menschen im Einsatz, um das ausfliessende Öl aufzufangen oder von der Küste zu kratzen.

Greenpeace ist mit seinen Schiffen vor Ort, weil nur ein Verbot von Ölbohrungen die empfindliche Arktis und ihre einzigartige Tierwelt schützen kann. Blauwale, Eisbären, Seehunde, Haie und viele Zugvögel sind ebenso bedroht wie der Narwal, von dem fast der ganze Bestand in der Baffin Bay beheimatet ist.

Teilen
Twittern
Teilen
+1
WhatsApp