Friedliches Camp wurde dem Erdboden gleich gemacht.

© Greenpeace / Fojtu

Heute Nacht wurde überraschend das AKW-Protestcamp vor dem Hauptsitz des Berner Energiekonzerns BKW geräumt. Zuletzt waren es 26 Aktivisten und Aktivistinnen, die sich vor Ort mit Mut und Ausdauer für das Abschalten des maroden Atomreaktors in Mühleberg stark machten. Greenpeace sprach heute mit Theo, einem von ihnen:

„Ich bin sehr enttäuscht von Stadtpräsident Alex Tschäppät. Wir haben mit ihm immer wieder offene und vertrauensvolle Gespräche geführt. Vergangene Woche hatte er uns mitgeteilt, am Mittwoch den 22. Juni – also morgen – werde im Gemeinderat über das weitere Vorgehen bezüglich Protestcamp entschieden. Entsprechend konnte ich es kaum glauben, als ich heute früh von zwei Polizisten geweckt wurde, die dabei waren, mein Zelt über mir zusammen zu brechen. Es ging keine Aufforderung voraus, das Gelände zu verlassen. Wir wurden gleich in Handschellen gelegt und in mehreren Kastenwagen abtransportiert. Kaum war das Material weg, kam die Stadtgärtnerei und pflügte das Areal um.

Sogar die SVP hatte in einem Postulat eine Frist von zwei Tagen gefordert, bevor das Camp geräumt wird. Nun hat der SP-Mann Tschäppät sie von rechts überholt. Anscheinend ist es wichtiger, die Blumenbeete der BKW in Ordnung zu bringen, als endlich das gefährliche AKW Mühleberg aus dem Verkehr zu ziehen!“

Umso mehr freute sich Theo über die grosse Solidarität, welche das Camp im Protest-Picknick heute Mittag auf dem Berner Viktoriaplatz erfahren hat. Fast 300 Menschen sind gekommen, um ein Signal gegen die unverhältnismässige Räumung zu setzen: „Das macht mir Mut, dass sich unser 11-wöchiger Protest-Einsatz vor der BKW gelohnt hat und eine neue Anti-AKW-Bewegung am wachsen ist.“

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