Der Bau des neuen Greenpeace-Schiffes verläuft nach Plan: Am Montag wurde das leuchtend grüne Segelschiff in der Nähe von Bremen behutsam ins Wasser gesetzt. In den kommenden Wochen werden die Masten gestellt, Tonnen von Ausrüstung montiert und unter Deck Tausende von Arbeiten fertig gestellt. Greenpeace wird das Schiff im Oktober vor der Werft übernehmen.

Der Bau des neuen Greenpeace-Schiffes verläuft nach Plan: Am Montag wurde das leuchtend grüne Segelschiff in der Nähe von Bremen behutsam ins Wasser gesetzt. In den kommenden Wochen werden die Masten gestellt, Tonnen von Ausrüstung montiert und unter Deck Tausende von Arbeiten fertig gestellt. Greenpeace wird das Schiff im Oktober vor der Werft übernehmen.


Einwasserung der Rainbow Warrior III

Am 4. Juli 2011 ist die Rainbow Warrior III in ihr Element entlassen worden.

Feierlich wirkte die Stimmung nicht, als am Montag die Rainbow Warrior III langsam ins kalte Wasser der Weser eintauchte: Da war keine Taufpatin, die eine Champagnerflasche gegen den Rumpf geschleudert hätte, es gab keine Reden in denen dem Schiff Glück für seine Reisen gewünscht wurden, und es spielte auch keine Kapelle. Nicht einmal das Wetter spielte mit: Der Himmel war verhangen, kurz zuvor hatte es noch genieselt, und es wehte ein kalter Wind – von Sommer keine Spur.

Doch den Vertretern von Greenpeace und der Fassmer Werft war die Freude anzusehen, als die Plattform des Hebewerks das neue Schiff unendlich langsam ins Wasser absenkte; als erst Kiel, Propeller und Steuerruder, dann das ganze so genannte Unterwasserschiff in die trübe Weser eintauchte.

Leichter, schneller

Viel Presse war da, TV-Crews filmten aus allen Blickwinkeln, und es wurden Interviews gegeben. Dazu offerierte die Werft Kaffee und Kuchen. Und nach langem Warten schwamm die neue Rainbow Warrior schliesslich, zerrte an den Belegtrossen und bewegte sich in den Böen fast unmerklich. Endlich: Das fast 60 Meter lange Schiff war zum Leben erweckt worden.

Als kurz vor 18 Uhr die vom Meer her einlaufende Flut ihren Höchststand erreichte, zog ein Hafenschlepper das Schiff mit dem aufgemalten Regenbogen behutsam, Heck voran, aus der Box der Gebewerks, hinaus ins Fahrwasser. Ein zweiter Schlepper übernahm eine Leine am Bug, worauf die beiden kräftigen Arbeitsschiffe die RW3 (wie sie kurz genannt wird) vorsichtig an die Pier vor der Werft bugsierte. Uwe Lampe, der Projektleiter der Werft, wirkt erleichtert.

Das Schiff schwimmt gut fünf Zentimeter zu hoch, freute er sich, was heisst, dass dass Schiff rund 23 Tonnen leichte ist als berechnet. Ein gutes Zeichen, denn nichts fürchten Schiffbauer mehr, als dass ein Schiff während des Baus schwerer wird, als es laut den Ingenieuren sein sollte. Denn die Werft garantiert im Bauvertrag die Geschwindigkeiten, die ein Schiff unter Maschine und beim Segeln erreicht. Schwere Schiffe tauchen aber zu tief ein und sind darum langsamer.

Auf Kurs

Obwohl sich am Montag die Aufbauten der Rainbow Warrior III schneeweiss gegen den grauen Himmel abzeichneten und der Rumpf grün leuchtete, sah das frisch gewasserte Schiff noch ziemlich unfertig aus. So fehlten – eine Tatsache, die auch Landratten kaum entgegen konnte – die über 50 Meter hohen Masten, die zu diesem Zeitpunkt auf einem Frachtschiff unterwegs waren vom holländischen Hersteller zur Werft in Bremen. Auch die beiden Anker waren noch nicht an ihrem Platz. Und beim Gang übers Deck fielen auf Schritt und Tritt Details auf, die noch nicht fertig waren.

Bei genauerem Hinsehen beeindruckte aber auch eine Unmenge von bereits fertig montierter Ausrüstung. Das Projekt liegt denn auch gut auf Kurs. Nun folgt während mehrer Monate die so genannte Piererprobung, während der die Masten gestellt und die Segel montiert werden, und das Schiff mit Tonnen von Ausrüstung wie Anker, Ketten, Taue und Beibooten bestückt wird.

Im Oktober gehts los

Auch im Innern der RW3 bleibt noch sehr viel zu tun. Zwar gibt es bereits Kabinen, die fertig ausgebaut sind, in denen sogar die Türe der Dusche ist und die Polster – zwar noch von Schutzfolien bedeckt – an ihrem Platz liegen. In der  Küche steht bereits der Herd und sogar eine Friteuse ist daneben festgeschraubt. Doch in anderen Räumen ist nur mit viel Phantasie zu erkennen, wie es hier in ein paar Monaten aussehen wird, wenn das neue Greenpeace-Flagschiff im Rahmen der Werfterprobung zu ihren ersten Fahren auslaufen wird.

Übernehmen wird Greenpeace das fertige Schiff Mitte Oktober. Dann wird alles perfekt sein, sagt Projektleiter Uwe Lampe. Und das glaubt man ihm auch. Schliesslich hat er allein im vergangenen Jahrzehnt 55 Schiffe zu Wasser gebracht.

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