Juli 2010: Anti-Öl-Protest in Neuseeland,
© Greenpeace / Fraser Newman

Das Containerschiff Rena, das vergangene Woche in der Bay of Plenty vor der neuseeländischen Küste auf ein Riff aufgelaufen ist, wurde evakuiert. Der Grund dafür war zu hoher Wellengang. Die Abpumparbeiten wurden unterbrochen.

Der Rumpf des Schiffes soll durch die vier bis fünf Meter hohen Wellen weiter beschädigt worden sein. Auch einer der vier Tanks soll Medienberichten zufolge geborsten sein. Nach Angaben der staatlichen Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) sollen bislang 200 bis 300 Tonnen Öl ins Meer gelaufen sein. Bereits gestern erreichten die ersten Ölklumpen zwei Tage früher als erwartet die Küste.

Wie der neuseeländische Rundfunk mitteilt, wurde am Strand von Mount Maunganui Öl entdeckt. Der Strand gilt als beliebter Badeort. Zudem kalben in der Bucht regelmässig Blauwale und Delfine. Eine Ölpest könnte diesen Lebensraum nun zerstören.

Schilder der Gesundheitsbehörden sollen unterdessen Menschen an der Küste darauf hinweisen, Meeresfrüchte und verseuchten Fisch nicht zu essen. Auch die MNZ ruft auf ihrer Homepage dazu auf, sich vom Öl fernzuhalten und keinesfalls damit in Berührung zu kommen. So warnt sie davor, mit den Säuberungsaktionen des Strandes auf eigene Faust zu beginnen. Experten seien auf dem Weg.

Ölfluss nicht gestoppt

Die ersten Teile des Ölteppichs an der neuseeländischen Küste könnten nur ein Vorgeschmack auf eine stärkere Ölpest sein. Immer noch läuft Schweröl ins Meer – nach Angaben von Verkehrsminister Steven Joyce könnten bislang rund 50 Tonnen in den Südpazifik gelangt sein. Weitere 50 Tonnen ausgelaufenes Schweröl sollen sich im Schiffskiel befinden. Andere Medien berichten von rund 30 Tonnen Schweröl, die ins Meer gelangt seien.

Die Abpumparbeiten haben bereits begonnen. Allerdings verhinderte das stürmische Wetter grössere Erfolge – lediglich 10 Tonnen der insgesamt 1700 Tonnen Schweröl konnten aus den Tanks gepumpt werden. Insgesamt sollen die Arbeiten bis zu 40 Stunden dauern. Neben dem Schweröl sollen sich nach neuesten Erkenntnissen auch 200 Tonnen Diesel an Bord befinden.

Unterdessen berichtete die Gewerkschaft der Seeleute Maritime Union von bereits bekannten Mängeln, die bei einer früheren Inspektion festgestellt wurden. Angeblich sollen auch Probleme bei den Seekarten entdeckt worden sein. Diese Vorwürfe wies die Reederei des Frachtschiffes allerdings zurück.

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