Sojafelder im Amazonas / 05/10/2006 © Greenpeace / Ricardo Beliel

 

Das Soja-Moratorium zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes ist kürzlich erneut verlängert worden. Das ist erfreulich. Doch sieht es im Moment für den Amazonas nicht allzu gut aus.

Die politische Debatte um ein neues brasilianisches Waldgesetz, der so genannte Forest Code, insbesondere die geplante Amnestie für Umweltstraftaten, hat im Vorfeld zu einem Freibrief für Abholzungen geführt.

2004 wurden in Brasilien 2,7 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald gerodet, bis 2010 ist die Rodung um 75 Prozent zurückgegangen. Der positive Trend der letzten Jahre, die Entwaldung im Amazonas-Regenwald zu reduzieren, ist 2011 jedoch gebrochen. Dies zeigt sich unter anderem im Bundesstaat Mato Grosso, der für 90 Prozent des Sojaanbaus in Amazonien steht und wo die Entwaldung in diesem Jahr wieder mit 37 Prozent gestiegen ist. In den vergangenen Jahren gehörte Mato Grosso zu den Bundesstaaten, wo die Entwaldung am stärksten zurückgegangen war. Greenpeace hat die offiziellen Satellitendaten mit den Landnutzungsdaten verglichen und es zeigt sich, dass 46 Prozent der Entwaldung mit der Landwirtschaft zusammenhängen und 26 Prozent in den Regionen mit Rinderweiden. Mit grosser Sorge ist auch festzustellen, dass die Landkonflikte im Amazonasgebiet in diesem Jahr zugenommen haben und neue Todesopfer gefordert haben.

Bis jetzt konnten die Unternehmen ihren Konsumenten immer nachweisen, dass das Soja tatsächlich nicht aus einem nach dem Moratorium abgeholzten Gebiet stammt. Ihre Aufgabe könnte aber in naher Zukunft schwierig werden. Denn die steigende Entwaldung führt dazu, dass in ein bis zwei Jahren wieder mehr Urwald-Soja  auf den Markt kommen wird. Um so wichtiger ist es nun, dass die Anforderungen an das laufende Soja-Moratorium und seine Überwachungsmechanismen verstärkt werden. Mit der Verlängerung des Moratoriums hat sich ein grosser Teil der Sojahändler bereit erklärt, weiterhin Lieferanten auszuschliessen, die Soja von neu gerodeten Flächen des Amazonas-Regenwaldes anbieten.

Die Sojahändler bestimmen 90 Prozent des brasilianischen Sojamarktes. Bereits im Jahr 2006 stimmten sie einem zweijährigen Moratorium zu. Seitdem wurde es jährlich verlängert. Die brasilianische Weltraumbehörde INPE – zuständig für die offizielle Auswertung der Entwaldungsdaten im Amazonas – schätzt, dass das Moratorium die Ausweitung der Entwaldung für Soja im Amazonas-Regenwald eindämmt.

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