Wer dieser Tage in den Bergen unterwegs ist, kann schon mal durstig ausgehen, wenn er endlich im Ausflugsrestaurant ankommt. Nicht nur wegen der vielen Ausflügler, die das klare Wetter dem tristen Nebel vorziehen, sondern weil es derzeit so trocken ist, dass manchen Bergbeizen das Wasser ausgeht. So zum Beispiel im Restaurant Hörnli im Zürcher Oberland, wo tagelang kein Tropfen mehr aus dem Hahn oder aus der Dusche kam.

Wer dieser Tage in den Bergen unterwegs ist, kann schon mal durstig ausgehen, wenn er endlich im Ausflugsrestaurant ankommt. Nicht nur wegen der vielen Ausflügler, die das klare Wetter dem tristen Nebel vorziehen, sondern weil es derzeit so trocken ist, dass manchen Bergbeizen das Wasser ausgeht. So zum Beispiel im Restaurant Hörnli im Zürcher Oberland, wo tagelang kein Tropfen mehr aus dem Hahn oder aus der Dusche kam.

Seit über einem Monat hat es in der Schweiz praktisch nicht mehr geregnet. Die Situation ist an manchen Orten prekärer als im Jahrhundert-Hitzesommer 2003. In der Westschweiz bahnt sich die schlimmste Trockenphase seit 150 Jahren an. Hier im Kanton Zürich fielen gerade mal zwei Millimeter Regen, wo in unseren Breitengraden in den Herbstmonaten 70 bis 90 Millimeter als normal gelten. Die Quellen versiegen, die Grundwasserspiegel sinken. Bereits musste die Gemeinde Fischenthal von der Nachbargemeinde Bauma Wasser pumpen wegen akuter Knappheit.

Keine Frage: Das Klima ändert sich dramatisch.  Hier. Jetzt. Und auf dem ganzen Planeten. Gemäss einer brandneuen Studie in Nature Geoscience schmilzt das arktische Eissschild in horrendem Tempo und Ausmass. Seit dem ausgehenden letzten Jahrhundert ist es um Schwindel erregende zwei Millionen Quadratkilometer geschrumpft. Das entspricht beinahe der Fläche des Mittelmeers (2.5 Mio. km2). 

Am Montag startet die jährliche Klimakonferenz, welche dieses Mal in Durban abgehalten wird. Zwei Wochen haben die teilnehmenden 193 Staaten Zeit, die Basis für ein neues wirkungsvolles Klimaschutzabkommen und ein Finanzierungsmodell für den nötigen Klimafonds zu erarbeiten. Ich blicke gespannt auf diese Zeit. Allen Unkenrufern zum Trotz, welche Durban totsagen wollen, bevor es überhaupt angefangen hat. Die verhandelnden Nationen haben die Verpflichtung, es mit dem weltweiten Klimaschutz besser zu machen als mit ihren Finanzhaushalten: zu handeln, bevor die Sache total aus dem Ruder läuft. 

Auch die Schweiz als Industrienation hat in diesen Wochen eine grosse Verantwortung und muss mit hohen Reduktionszielen Farbe bekennen.

Dazu fällt mir die Dusche aus der Zürcher Bergbeiz wieder ein, die wegen Trockenheit ausser Betrieb fiel. Vielleicht erinnern Sie sich an den (zumindest informellen) Slogan, mit dem unsere Bundesrätin Doris Leuthard in den späten 90-ern Furore machte und in den Nationalrat gewählt wurde? „Duschen mit Doris“.  Sie liess damals Tausende von Duschbeuteln mit ihrem Konterfei bedrucken. Wenn Bundesrätin Leuthard in der zweiten Verhandlungs-Woche für die Schweiz nach Durban fliegt, hat sie Gelegenheit, diesem Slogan alle Ehre zu machen. Indem sie sich für wirkungsvollen Klimaschutz und einen substantiellen Schweizer Beitrag stark macht. Und damit letztlich auch dafür, dass unser Wasserhaushalt nicht komplett aus den Fugen gerät.

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