Die 17. UN-Klimakonferenz wirft den internationalen Klimaschutz nach Auffassung von Greenpeace zurück.

Die 17. UN-Klimakonferenz wirft den internationalen Klimaschutz nach Auffassung von Greenpeace zurück.

Alex Hauri, Klimaexperte von Greenpeace Schweiz zum ungenügenden Resultat: «Was das Klima anbelangt kann inzwischen nur noch von einem Haus gesprochen werden, das bereits voll in Flammen steht. Doch die globale Feuerwehr hat in Durban einmal mehr versagt. Statt sofort und gemeinsam mit Löschen zu beginnen, wurden lediglich langwierige Planungshorizonte vereinbart – so soll erst ab 2020 ein neues Abkommen in Kraft sein. Das wird der Dringlichkeit nicht gerecht. Die Wissenschaft macht klar, dass es bereits in diesem Jahrzehnt starke Emissionsreduktionen braucht! Denn Tatsache ist, dass unsere Atmosphäre jetzt schon massiv mit dem Klimagas CO2 angefüllt ist. Jedes verpasste Jahr bringt uns immer rascher an die gerade noch erträgliche Grenze von 2 Grad Erwärmung und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer katastrophalen Entwicklung.» 

Klimaabkommen kaum rechtsverbindlich

Anders als von der EU und Schweiz angestrebt, wird das künftige globale Klimaabkommen, das bis 2015 ausgehandelt sein und ab 2020 in Kraft treten soll, kaum rechtlich bindend sein. Mit einem solch schwachen Klimavertrag wird das 2-Grad-Ziel nicht zu erreichen sein. Auf Druck von den USA und Indien einigte sich die Konferenz lediglich auf eine schwache Kompromisslösung. Völlig ungeklärt blieb in Durban, um wie viel die grossen Staaten ihre CO2-Emissionen in den kommenden Jahren reduzieren wollen. Mit diesem Fahrplan für ein Weltklimaabkommen werden sich Blockierer wie die USA, aber auch die grossen Schwellenländer wie China und Indien  aus der Verantwortung ziehen können. Die Staaten hatten in Durban nicht den Mut, die Zukunft der Menschen über ihre nationalen Interessen und die Interessen der Öl-und Kohleindustrie zu stellen. Mit diesen Beschlüssen steuern wir weiter auf eine Welt von vier bis sechs Grad Erwärmung zu. Bereits eine durchschnittliche Erwärmung von zwei Grad global werden für viele Länder Afrikas vier Grad oder mehr bedeuten. 

Weiterführung von Kyoto schwach


Flashmob und Protest mit Kumi Naidoo am COP17

© Greenpeace

Zwar sieht das Beschlusspaket auch eine zweite Verpflichtungsperiode für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll vor, beantwortet jedoch entscheidende Fragen nicht: Es wurde nicht festgelegt, ob das Protokoll fünf oder acht Jahre gelten soll und ob die zahlreichen Schlupflöcher, die das bisherige Kyoto-Protokoll abschwächten, künftig geschlossen werden. 

Finanzierung

Thema der Debatten war auch die Finanzierung von Klimaschutz in Entwicklungsländern und deren Anpassung an den Klimawandel. Woher die geplanten Milliardensummen für den in Cancun vereinbarten Fond kommen sollen, wurde auch in Durban wieder nicht geklärt. 

Kontakt: Alexander Hauri, Klimaexperte Greenpeace Schweiz +41 76 399 60 61 und Sibylle Zollinger, Medienverantwortliche Greenpeace Schweiz +41 79 908 92 25

 

 

 

 

 

 


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