Bern-Zürich, 24. August 2009: An der Bahnstrecke Bern-Zürich haben Greenpeace-Aktivisten im April den Schriftzug «gentechfrei» gesät. Dieser ist mittlerweile gewachsen und gut sichtbar. Greenpeace fordert damit eine Verlängerung des Schweizer Anbau-Moratoriums von Gentech-Pflanzen. © Greenpeace / Thomas Stutz

 

Die neusten Daten der Agro-Industrie bestätigen, dass der Anbau von Gentech-Pflanzen in Europa ein Flop ist. Nur gerade 0,06 % der EU-Agrarfläche wurde 2011 mit Gentech-Pflanzen bebaut, wie dies dem jährlichen Report des von der Gentech-Industrie gegründeten Interessenverbands ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) zu entnehmen ist. Demnach waren 2011 nur gerade 110’000 von 179 Millionen Hektaren Landwirtschaftsland in der EU mit Gentech-Futter- und Lebensmittel bepflanzt. Breite Opposition der Öffentlichkeit und Bedenken bezüglich Umweltverträglichkeit von europäischen Regierungen, Wissenschaftlern und Bauernvertretern sind der Grund für die Ablehnung von Gentech-Äckern in Europa. Nur in Spanien hat der Gentech-Anbau 2011 zugenommen. Lediglich darum stiegen die Anbauzahlen nach drei Jahren ständiger Abnahme europaweit leicht an.

Doch trotz 16 Jahren agressiven Marketings der Gentech-Firmen sind 80 % der globalen Gentech-Produktion noch immer auf nur vier Länder in Nord- und Südamerika beschränkt: USA, Kanada, Brasilien und Argentinien. Erst im Januar hat BASF, der weltweit grösste Chemiemulti, angekündigt, seine Entwicklungs- und Kommerialisierungspläne von Gentech-Futter und –Lebensmitteln in Europa wegen der Ablehnung einer Mehrheit der Konsumenten, Bauern und Politikern aufzugeben. Der Anbau der antiobiotikaresistenten Gentech-Kartoffel Amflora von BASF blieb 2011 auch nur auf weniger als 20 Hektaren Anbaufläche beschränkt. Der Anbau MON810, einem insektizidproduzierenden Gentech-Mais von Monsanto, wird aber auch 2012 weiterhin in sieben EU-Ländern wegen Umwelt- und Gesundheitsbedenken verboten bleiben. Im Januar liess Monsanto zudem verlauten, dass 2012 und länger hinaus auch in Frankreich keine günstigen Verkaufsbedingungen  für MON810 bestehen dürften. Auch in der Schweiz besteht seit 2005 ein Anbaumoratorium.

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