Heute ist das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise im Hafen von Dakar in Senegal eingelaufen – empfangen von mehr als 50 Fischern in ihren traditionellen Fischerbooten. In den nächsten Wochen wird die Arctic Sunrise die Gewässer des Senegal erkunden, die Praktiken der dort operierenden ausländischen Fischereiflotte dokumentieren und gegen die Ausbeutung protestieren.

Heute ist das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise im Hafen von Dakar in Senegal eingelaufen – empfangen von mehr als 50 Fischern in ihren traditionellen Fischerbooten. In den nächsten Wochen wird die Arctic Sunrise die Gewässer des Senegal erkunden, die Praktiken der dort operierenden ausländischen Fischereiflotte dokumentieren und gegen die Ausbeutung protestieren.


Senegalesische Fischer begrüssen die Arctic Sunrise, Dakar, SEN
© Pierre Gleizes / Greenpeace

Die Ressourcen an Fisch, die uns zur Verfügung stehen, sind bereits am Rande ihrer Kapazität, sagt Raoul Monsembula, Meeresexperte von Greenpeace Afrika. Die überdimensionierten ausländischen Fischtrawler vor unserer Küste verschlimmern die Situation noch, indem sie unsere Gewässer buchstäblich leer fischen.

Exemplarisch für diesen Zustand: Bereits bei der Fahrt der Arctic Sunrise nach Dakar traf Greenpeace auf die Vasili Lozovski, ein mehr als 100 Meter langes industrielles Fangschiff aus Russland.

Fabrikschiffe dieser Art können rund 300 Tonnen Fisch täglich fangen und verarbeiten – eine Menge, für die 30 bis 40 traditionelle afrikanische Fischerboote zusammen ein Jahr bräuchten. Während der Mega-Trawler der Fischerei nachging, protestierten Aktivisten aus Europa und Senegal im Schlauchboot: Geraubter Fisch, geraubte Zukunft.

Grosse Fangschiffe weichen auf Westafrika aus

Die Gewässer vor Westafrika, einschliesslich der senegalesischen, werden bereits seit Jahrzehnten überfischt. Eine Tatsache, die auch Raoul Monsembula auffällt: Jahr für Jahr landen weniger Fische in den Netzen unserer Fischer. Vielen von uns wird so die Lebensgrundlage entzogen. Tatsächlich stellt hierzu auch die Wissenschaft fest, dass der Fischereidruck auf viele Bestände abnehmen muss, um eine nachhaltige Bewirtschaftung in den Gewässern zu gewährleisten.

Aufgrund der Überfischung zahlreicher Gewässer weltweit weichen immer mehr Fangschiffe auf die Fischgründe vor Westafrika aus. Insbesondere die Flotten aus Russland, Asien und Europa tragen massiv zur Plünderung der westafrikanischen Gewässer bei. Sie gefährden die lokale Nahrungsmittelversorgung und die Lebensgrundlage vieler Familien der Küstenregionen. Der gefangene Fisch wird von den Mega-Trawlern gefangen, an Bord verarbeitet und eingefroren, unser Binnenmarkt profitiert davon kaum oder gar nicht, so Monsembula. Wir brauchen eine kleinskalige Fischerei, die die Küstengemeinden von ihrer Arbeit profitieren lässt.

Greenpeace ist zusammen mit den einheimischen Fischern vor Ort in Senegal aktiv, um für die Errichtung einer nachhaltigen und ökologischen Fischereipolitik einzustehen, die die Bedürfnisse und Interessen der Küstenfischer und der Gemeinden vor Ort berücksichtigt.

 

 

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