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Donnerstag, 29. März 2012
Gasplattform Elgin.

Von blossem Auge nicht erkennbar, auf der Infrarotaufnahme deutlich zu erkennen: Die Gasflamme, die normalerweise überschüssiges Gas verbrennt lodert noch immer. Im ungünstigsten Fall führt dies dazu, dass sich aufsteigendes Gas bei einer gigantischen Explosion entzündet.
© Greenpeace / TIB

Noch immer strömt ungehindert Gas aus dem Leck der Bohrinsel Elgin in die Nordsee. Es besteht nach wie vor das Risiko einer Explosion.Knapp eine Woche nach Entdeckung des Gaslecks an der Erdgas-Plattform Elgin in der Nordsee haben sich am Samstag Greenpeace-Experten aus Cuxhaven auf den Weg gemacht, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Mit Luftmessungen, Infrarotkameras und Wasser- und Bodenproben wollen sie die Belastung der Umwelt dokumentieren und die Angaben von Total überprüfen.

Donnerstag, 29. März 2012
Gasplattform Elgin.

Von blossem Auge nicht erkennbar, auf der Infrarotaufnahme deutlich zu erkennen: Die Gasflamme, die normalerweise überschüssiges Gas verbrennt lodert noch immer. Im ungünstigsten Fall führt dies dazu, dass sich aufsteigendes Gas bei einer gigantischen Explosion entzündet.
© Greenpeace / TIB

Noch immer strömt ungehindert Gas aus dem Leck der Bohrinsel Elgin in die Nordsee. Es besteht nach wie vor das Risiko einer Explosion.

Knapp eine Woche nach Entdeckung des Gaslecks an der Erdgas-Plattform Elgin in der Nordsee haben sich am Samstag Greenpeace-Experten aus Cuxhaven auf den Weg gemacht, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Mit Luftmessungen, Infrarotkameras und Wasser- und Bodenproben wollen sie die Belastung der Umwelt dokumentieren und die Angaben von Total überprüfen.

Vor Ort wurde eine Sperrzone, sowohl im Wasser als auch in der Luft, errichtet. Damit kann momentan niemand nah an die Plattform heran – auch nicht die Fachkräfte, die das Problem beheben sollen. Greenpeace-Mitarbeiter waren bereits vor einigen Tagen vor Ort, um sich die Situation aus der Luft selbst anzuschauen.

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Notfallszenarien von Ölkonzernen werden der Realität nicht gerecht

Laut Angaben der Betreiberfirma Total ist noch unklar, wie das Problem gelöst werden soll. Möglich ist eine sogenannte Entlastungsbohrung. Um die durchzuführen, können aber sechs Monate ins Land gehen. In dieser Zeit würden umgerechnet 800.000 Tonnen CO2-Äquivalente entstehen. Das entpricht ungefähr der Menge an CO2, die 400.000 Autos pro Jahr ausstoßen. Die Zahl basiert auf einer Rechnung, die vom Ausstoß von zwei Kilogramm Methan pro Sekunde am Leck der Plattform ausgeht.

Eine weitere Möglichkeit, das Problem in der Nordsee in den Griff zu bekommen, ist, das Leck mithilfe von Schlamm zu verschließen. Am liebsten aber wäre es dem Ölkonzern, wenn das Gas von selbst versiegt. Dass die Realität nicht so einfach ist wie in Notfallszenarien der Ölkonzerne oftmals dargestellt, wird in der jetzigen Situation einmal mehr klar. Trotzdem gehen die Konzerne auf ihrer Jagd nach mehr Profit bei der Gas- und Ölgewinnung immer größere Risiken ein.

Für mehr Profit nehmen Ölkonzerne die Zerstörung wertvoller Ökosysteme in Kauf

Greenpeace hat in der Vergangenheit bei Flügen über der Nordsee dokumentiert, dass auch im normalen Betrieb – ohne Zwischenfall – Öl austritt. Die durch Öl- und Gasplattformen verursachte Verschmutzung ist aus der Luft deutlich in Form von Ölteppichen sichtbar. Bei der Förderung eines Gemischs aus Öl, Gas und Wasser bleibt das sogenannte Produktionswasser übrig. Dieses Wasser wird ins Meer geleitet – mitsamt der Restmengen an Öl. Die enthaltenen Schadstoffe können so in die Nahrungskette gelangen und sich in Meereslebewesen anreichern.

Shells Pläne, in der Arktis nach Öl zu bohren, sind ein weiteres Beispiel dafür, dass die Konzerne trotz zahlreicher Unfälle in der Vergangenheit noch immer so tun, als ob die Risiken kalkulierbar seien. Ein Ölunfall in dieser Region hätte katastrophale Folgen für das hochsensible und einzigartige Ökosystem. Greenpeace hat bereits mit Aktionen Ende Februar und Mitte März gegen Shells Pläne protestiert.

Online-Petition zum Schutz der Arktis

“Gas- und Ölbohrungen können nie sicher sein”, sagt Kai Britt, Sprecher von Greenpeace. “Es gibt immer die Gefahr einer Katastrophe, sowohl für Arbeiter als auch für die Umwelt.”

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