Die japanische Regierung hat vor wenigen Stunden den Ausstieg aus der Atomenergie verkündet. Angestrebt wird dieser auf 2030, jedoch spätestens bis zum Jahr 2040. Japan zieht die Lehren aus der Katastrophe von Fukushima. Damit wird die Regierung den ungewohnt starken Protesten der japanischen Bevölkerung und dem Willen der Mehrheit gerecht, sich ganz aus dieser zerstörerischen Technologie zurückzuziehen. Wirtschaftskreise wollen diese Wende noch nicht wahrhaben und hoffen auf eine Revision dieses Entscheids, falls die Regierung im politisch labilen Land neu besetzt und Premier Noda abgesetzt wird.  

Proteste zum Atomausstieg in JapanDie japanische Regierung hat vor wenigen Stunden den Ausstieg aus der Atomenergie verkündet. Angestrebt wird dieser auf 2030, jedoch spätestens bis zum Jahr 2040. Japan zieht die Lehren aus der Katastrophe von Fukushima. Damit wird die Regierung den ungewohnt starken Protesten der japanischen Bevölkerung und dem Willen der Mehrheit gerecht, sich ganz aus dieser zerstörerischen Technologie zurückzuziehen. Wirtschaftskreise wollen diese Wende noch nicht wahrhaben und hoffen auf eine Revision dieses Entscheids, falls die Regierung im politisch labilen Land neu besetzt und Premier Noda abgesetzt wird.  

Ein klares Signal für die Atomindustrie

Bleibt es bei dem Entscheid, wirft das die Atomindustrie in eine noch tiefere Krise als sie derzeit bereits ist – sie müsste anfangen, nach einem Ausweg aus ihrer Sackgasse zu suchen. Nach Deutschland, der Schweiz und Belgien, die aus der Atomindustrie aussteigen, nach einem gerichtlich verhängten Bewilligungsstopp in den USA, nach der Schliessung des AKW Garoña bei Álava in Spanien (ein Mühleberg-Fukushima-Typ) wird die gebetsmühlenartig propagierte „Renaissance“ endgültig absurd. Jetzt geht es ans Aufräumen! 

Auch die Schweiz betroffen

Das japanische Signal wird nicht ohne politische Wirkung auf die Schweiz bleiben – konkrete Folgen sind zu erwarten. Denn mit dem Ausstieg aus der Atomenergie bereitet Japan praktisch gleichzeitig der Wiederaufarbeitung das Ende, da ihr für aufbereitetes Plutonium künftig eine Einsatzmöglichkeit fehlt. Japan war der bedeutendste Auslandkunde der französischen und englischen Wiederaufarbeitungsindustrie, die damit endgültig in den defizitären Bereich rutschen wird. Die geplante, aber immer wieder hinausgezögerte Schliessung der englischen Anlage THORP in Sellafield wird damit beschleunigt. In der Schweiz ist ein Wiederaufarbeitungs-Moratorium bis 2016 etabliert. Die Wiederaufarbeitung ist der im Normalbetrieb schmutzigste Bereich und hat den Nordatlantik radioaktiv belastet. Dass die Schweiz die Wiederaufarbeitung wieder aufnimmt oder zulassen wird, ist damit noch einmal unwahrscheinlicher geworden – sie wäre mit dieser Praxis völlig isoliert. Auch das ist eine erfreuliche Entwicklung!

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