Montag, 26. August 2013

Copyright: © Will Rose / Greenpeace

Vier Beamte der russischen Küstenwache haben heute in der Kara-See ohne Bewilligung das Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» betreten und die Crew zum Rückzug aufgefordert. Sie drohten den Gebrauch von Schusswaffen an. Zuvor protestierten Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten mit «Save the Arctic»-Bannern in der Nähe des Öl Explorationsschiffs «Geolog Dmitry Nalivkin» friedlich gegen die Arktis-Ölbohrpläne der russischen Öl-Giganten Rosneft und ExxonMobil. Diese verstossen gegen russische Umwelt-Gesetze.

Das Greenpeace-Schiff war am Samstagmorgen in die Kara-See vor der Küste Russlands eingefahren. Die russischen Behörden hatten der Crew am Mittwoch die Weiterfahrt in die arktischen Gewässer untersagt – unter fadenscheinigen Argumenten.

«Der russische Arktis-Nationalpark ist Heimat vieler seltener und bedrohter Tiere. Die Gefahr, die von rücksichtslosen Ölunternehmen ausgeht, ist unendlich grösser als die Gefahr, die von einem Greenpeace-Eisbrecher ausgeht», sagt Greenpeace-Sprecherin Christy Ferguson. «Falls Rosneft und Exxon ihre Offshore-Plattformen in die Gegend bringen, riskieren sie Ölunfälle und -leckagen, die die Region verwüsten würden. Diese Unternehmen verlassen sich auf Geheimhaltung und Ausweichmanöver, aber wir haben die Stimmen von über 3,5 Millionen Arktisschützern weltweit im Rücken.»

Obwohl die «Arctic Sunrise» Bestimmungen zur Durchfahrt der Nord-Ost-Passage erfüllt, hatten die russischen Behörden am Mittwoch die entsprechende Genehmigung verweigert. Ein Antrag bei der Verwaltungsbehörde der Nord-Ost-Passage, die Durchfahrt doch noch zu genehmigen, blieb ergebnislos. Auf einer interaktiven Karte(auf engl.) können Sie sich über den aktuellen Aufenthaltsort des Greenpeace-Schiffes informieren.

Nach der heftigen Reaktion der Küstenwache wird die Crew das Schiff wegen der Gefahr für die eigene Sicherheit vorerst aus der Kara-See rausmanövrieren. Greenpeace lässt sich jedoch nicht mundtot machen. Der Protest gegen die Arktis-Bohrungen geht unvermindert weiter.

Rosnefts Konzession für die Rosneft in einem Joint Venture mit ExxonMobil zusammenarbeitet, beinhaltet 4500 Hektar des russischen Arktis-Nationalparks und stellt damit eine unmittelbare Missachtung des russisches Umweltrechtes dar. Der Nationalpark sollte als «Perle der Arktis» die heimische Tourimus-Industrie in Schwung bringen – so wollte es Vladimir Putin bei der feierlichen Einrichtung im Jahr 2009. Das Gebiet ist Heimat von Eisbären, Walrossen sowie Nar- und Grönlandwalen.

Der russische Staatskonzern Rosneft hat ausserdem Konzessionen über weitere 1,2 Millionen Hektar erworben – darunter Schutzzonen wie das Bolshoi-Arctichesky-Natur-Reservat, das Franz-Josef Land Natur-Reservat und das Land- und Seereservat der Wrangelinsel, ein UNESO-Welterbe und Kinderstube vieler Eisbären. Die meisten Konzessionen will Rosneft gemeinsam mit ExxonMobil zur Ölsuche nutzen.

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