Ein Offizier der russischen Küstenwache bedroht einen Greenpeace-Aktivist mit einer Pistole.

© Denis Sinyakov / Greenpeace

 

+++ BREAKING +++ 19.09.2013, 17:30

Wie wir soeben von der Crew unseres Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise aus der Petchorasee erfahren haben, enterten acht bewaffnete Beamte der russischen Küstenwache via einen Hubschrauber das Schiff. Die gesamte Greenpeace-Crew wurde verhaftet. Sie knien alle auf dem Deck, die russischen Beamten richten Schusswaffen auf sie.

Gestern waren der Schweizer Aktivist Marco (28) und die finnische Arktisschützerin Sini verhaftet worden. Sie befinden sich noch in Gewahrsam der Küstenwache.

Die Umweltsschützerinnen und Umweltschützer hatten zuvor an der Bohrplattform Prirazlomnaya des russischen Ölkonzerns Gazprom gegen dessen Ölförderung in der Arktis protestiert. Die Küstenwache drohte damit, die Arctic Sunrise direkt zu beschiessen, wenn sie die Gewässer rund um die Prirazlomnaya-Plattform nicht unverzüglich verlässt. Sie gab elf Warnschüsse ab. Und die mit Militäruniformen bekleideten Beamten zogen Schusswaffen und zückten Messer, als die Greenpeace-Schlauchboote in die Nähe der Plattform fuhren.

 

Wir halten Sie weiter auf dem laufenden.

Weitere Informationen finden Sie unter unseren Twitter-Kanälen @greenpeace_ch und @gp_sunrise

 

 


 

 

Die russische Küstenwache hat während einer friedlichen Protestaktion gegen Ölbohrungen des Konzerns Gazprom in der Arktis elf Warnschüsse abgefeuert und den Schweizer Kletteraktivisten Marco (28) verhaftet. Die Küstenwache droht damit, das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise direkt zu beschiessen, wenn es die internationalen Gewässer rund um die Prirazlomnaya-Plattform in der Petchorasee nicht unverzüglich verlässt.

Die Umweltsschützerinnen und Umweltschützer hatten zuvor an der Bohrplattform Prirazlomnaya des russischen Ölkonzerns Gazprom gegen dessen Ölförderung in der Arktis protestiert. Dabei wurde neben Marco auch die finnische Aktivistin Sini festgenommen, die sich unglücklicherweise an der Hand verletzte. Der Schweizer sagte vor seiner Abreise nach Russland: «Ich bin nicht einverstanden damit, dass Ölfirmen in ökologisch sensiblen Gebieten Landschaft und Leben zerstören.»

Die beiden verhafteten Aktivisten sind derzeit auf dem Schiff der Küstenwache. Wie es weitergeht, ist unklar. Der Fall Pussy Riot zeigte, dass die Russen nicht zimperlich sind im Umgang mit Aktivisten. Auf den Fotos ist zu sehen, dass Leute der Küstenwache ihre Schusswaffen zogen und Messer zückten. Die Schweizer Botschaft ist informiert.

Sprecher Christoph von Lieven ergänzt: «Greenpeace wird auch künftig für den Schutz der Arktis protestieren. Diese Gewalt gegen friedliche Proteste muss sofort gestoppt werden. Es wird wieder klar, dass die russische Regierung mehr Interessen daran hat, ihre unverantwortlich handelnden Ölfirmen zu schützen als die Arktis.»

Die Arktisschützerinnen und Arktisschützer sind mit der Arctic Sunrise zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in der Region unterwegs. Ende August war das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff von der russischen Küstenwache ebenfalls unter Androhung von Waffengewalt aus russischen Hoheitsgewässern vertrieben worden. Dagegen hatte die niederländische Regierung offiziell Protest eingelegt.

Ölkonzerne planen weitere Schritte zur Ausbeutung der Arktis

Gazprom ist der grösste russische Ölkonzern, der in der Arktis nach Öl bohren lässt. In einer Kooperation mit Shell sollen in Zukunft weitere Ölvorkommen in der russischen Arktis ausgebeutet werden. Die Offshore-Ölprojekte von Gazprom sind in der Arktis geprägt durch Verzögerungen, Missachtung von Sicherheitsstandards und mangelhafte Notfallpläne. Seit Jahren verzögert sich der Förderbeginn der Prirazlomnaya-Plattform aufgrund technischer Probleme. Weder Gazprom noch einer der anderen in der Arktis tätigen Ölkonzerne sind im Falle eines Ölunfalls ausreichend gerüstet, um austretendes Öl wirksam zu bekämpfen. Die rauen Wetterbedingungen und die grossen Entfernungen zu jeder Art von Infrastruktur wie Schiffen, Flugplätzen und Ölauffangmöglichkeiten können jeden Ölunfall zur Umweltkatastrophe werden lassen.

Der Protest der Umweltschützer in der Petchorasee ist Teil einer internationalen Kampagne von Greenpeace zum Schutz der Arktis. Seit rund zwei Jahren kämpft die unabhängige Umweltschutzorganisation für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Wer sich daran beteiligen will, kann im Internet unter www.savethearctic.org seine Stimme für die Arktis abgeben.

 

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