Der russische Ölriese Gazprom hat am Freitag bekannt gegeben, dass er das erste Öl über die Ölplattform «Prirazlomnaya» in der Petschorasee fördert. Dabei wies der Konzern darauf hin, dass es das erste Offshore-Ölprojekt in der russischen Geschichte sei. Ab jetzt tickt also die Uhr für den ersten grossen Ölunfall in der Arktis.

Der russische Ölriese Gazprom hat am Freitag bekannt gegeben, dass er das erste Öl über die Ölplattform «Prirazlomnaya» in der Petschorasee fördert. Dabei wies der Konzern darauf hin, dass es das erste Offshore-Ölprojekt in der russischen Geschichte sei. Ab jetzt tickt also die Uhr für den ersten grossen Ölunfall in der Arktis.

Freitag, 20. Dezember 2013

Gazprom Oil Rig in the Barents Sea © Denis Sinyakov / Greenpeace

«Gazprom ist das erste Unternehmen der Welt, das die Ölvorkommen nördlich der arktischen Eisgrenze kommerziell ausbeutet und damit ein fragiles und wertvolles Ökosystem in Gefahr bringt», sagt Greenpeace-Arktiscampaignerin Nadine Berthel.

Jahrelang hat sich der Förderbeginn der «Prirazlomnaya»-Plattform aufgrund technischer Probleme verschoben. Weder Gazprom noch einer der anderen in der Arktis tätigen Ölkonzerne ist im Falle eines Ölunfalls ausreichend gerüstet, um austretendes Öl wirksam zu bekämpfen. Die rauen Wetterbedingungen und die grossen Entfernungen zu jeder Art von Infrastruktur wie Schiffen, Flugplätzen und Ölauffangmöglichkeiten können jeden grösseren Ölunfall zur Umweltkatastrophe werden lassen. «Bis zu einem Unfall ist es nur eine Frage der Zeit: Es ist unmöglich, sicher in der Arktis Öl und Gas zu fördern, umso mehr mit einer Bohrinsel, die nicht dem neuesten Stand der Technik entspricht», sagt Berthel. Eiskaltes Wasser, Eisberge und extremes Wetter erschweren die Bohrbedingungen und erhöhen das Risiko.

Gazprom ist der grösste russische Ölkonzern, der in der Arktis nach Öl bohren lässt. In einer Kooperation mit Shell sollen in Zukunft noch weitere Ölvorkommen in der russischen Arktis ausgebeutet werden. Bezeichnend für die Offshore-Ölprojekte von Gazprom sind Verzögerungen, Missachtung von Sicherheitsstandards und mangelhafte Notfallpläne.

«Greenpeace wird dem nicht einfach zusehen – sondern sich weiterhin dafür einsetzen, dass in der Arktis wie in der Antarktis eine Schutzzone entsteht», sagt Berthel. An der Gazprom-Ölplattform Prirazlomnaya hatte die Crew der des Greenpeace-Schiffs Arctic Sunrise am 18. September friedlich gegen das erstmalige Fördern von Öl in arktischen Gewässern protestiert. Auf dem Schiff befanden sich die ‚Arctic 30‘: 28 Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten sowie 2 Journalisten. Gegen sie hatten russische Behörden Anklage wegen «Hooliganism (Rowdytum)» erhoben. Aufgrund einer Amnestie des russischen Parlaments ist die Anklage fallen gelassen worden.

 

 

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