Die AKW-Betreiber spielen nach eigenen Regeln, ohne Stoppuhr und mit einem Schiedsrichter, der fast alles durchwinkt: So könnte man die heute von Greenpeace und der Schweizerischen Energiestiftung (SES) veröffentlichten Studie zu den altersbedingten Risiken der Atomkraftwerke zusammenfassen. Der Autor der Studie Dieter Majer glaubt nicht, dass Nachrüstungen die Sicherheitsdefizite wieder wettmachen können.

Die AKW-Betreiber spielen nach eigenen Regeln, ohne Stoppuhr und mit einem Schiedsrichter, der fast alles durchwinkt: So könnte man die heute von Greenpeace und der Schweizerischen Energiestiftung (SES) veröffentlichten Studie zu den altersbedingten Risiken der Atomkraftwerke zusammenfassen. Der Autor der Studie Dieter Majer glaubt nicht, dass Nachrüstungen die Sicherheitsdefizite wieder wettmachen können.

Weshalb eine Laufzeitbeschränkung dringend nötig ist, erfahren Sie im folgenden Interview des Greenpeace-Kampagnenleiters Kaspar Schuler mit dem Atomexperten Dieter Majer:

 

Einmal nachruesten, bitte!

Dieter Majer war ehemaliger Chef der Deutschen Aufsichtsbehörde und massgeblich an der Abschaltung verschiedener AKW in Deutschland beteiligt. Er hat nun die Situation in der Schweiz analysiert, wo sich drei der ältesten Reaktoren der Welt befinden. Sein Fazit: Auch die Anlagen in Mühleberg und Beznau sollten wegen der bestehenden Sicherheitsdefizite unverzüglich abgeschaltet werden.

Majers Erkenntnisse stützen die Position von Greenpeace Schweiz und von mehr als 40’000 Menschen, die im Dezember eine Petition bei den Parlamentsdienste eingereicht haben, um der Forderung nach einer Laufzeitbeschränkung Nachdruck zu verleihen. Die Energiekommission des Nationalrates weigert sich bisher aber immer noch, dem Atomexperiment ein Ende zu setzen.  

„Mit dem langsamen und unverbindlichen Atomausstieg, wie Bundesrätin Doris Leuthard ihn will, ist die Bevölkerung grösseren Risiken ausgesetzt als vorher – obwohl spätestens seit Fukushima das Gegenteil gelten müsste“, sagt Greenpeace Atomcampaigner Florian Kasser. „Dieter Majer ruft dem Parlament seine Verantwortung in Erinnerung: Eine Beschränkung der Betriebsdauer der fünf AKW auf 40 Jahre ist eine unerlässliche Massnahme für einen sicheren Ausstieg aus der Atomkraft“, so Kasser.

 

 

 

 

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