Eine gute Nachricht: Ein Gericht in Savona hat die Schliessung von Italiens schmutzigstem Kohlekraftwerk in Ligurien angeordnet – nachdem Greenpeace Italien geklagt hatte.

Eine gute Nachricht: Ein Gericht in Savona hat die Schliessung von Italiens schmutzigstem Kohlekraftwerk in Ligurien angeordnet – nachdem Greenpeace Italien geklagt hatte.

Damit folgte es der Staatsanwaltschaft, die das Kraftwerk für den vorzeitigen Tod von mindestens 442 Menschen verantwortlich macht und der Betreiberfirma Tirenno Power vorwirft, durch ihr fahrlässiges Verhalten Herz- und Lungenerkrankungen bei bis zu 2000 Menschen in der Region verschuldet zu haben.

Die Richterin erklärte in ihrem Urteil, die Betreiber des Kraftwerkes hätten Vorschriften zur Luftreinhaltung nicht eingehalten und unzuverlässige Angaben über den Schadstoffausstoss des Kraftwerkes gemacht. Damit hätten sie eine Umweltkatastrophe und fahrlässige Tötung in mehreren Fällen zu verantworten.

Greenpeace wertet das Urteil als grossen Erfolg und Bestätigung ihrer Kampagne gegen Luftverschmutzung aus Kohlekraftwerken. Bereits im letzten Jahr hatte die Organisation die Studie „Silent Killer“ veröffentlicht, in der das Kraftwerk Vado Ligure als das für Umwelt und Bevölkerung gefährlichste Kohlekraftwerk Italiens ausgemacht worden war.

«Kohlekraftwerke sind stille Killer. Ihre giftigen Emissionen verursachen bei den Menschen in Europa Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte, Lungenkrebs, Asthmaanfälle und andere Gesundheitsschäden», kommentierte Lauri Myllyvirta, Energieexperte bei Greenpeace International die Ergebnisse der Studie. Greenpeace Italien hatte kurz nach deren Bekanntwerden juristische Massnahmen gegen die Betreiberfirma eingeleitet.

Noch am Dienstag setzte die Polizei das Urteil des Gerichts um und liess die zwei 330-Megawatt-Blöcke des über 40 Jahre alten Kraftwerkes abschalten.

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