Dienstag, 1. April 2014

© Greenpeace / Thomas Stahel

«Arctic oil harms your business»: Mit toten, im Öl verendeten Schokoladen-Eisbären haben Arktisschützerinnen und -Arktisschützer heute in Lausanne die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rohstoffgipfels «Global Commodities Summit» empfangen.  Geschäftspartner, Ölhändler und Investoren, die mit Ölkonzernen wie Shell und Gazprom in der Arktis Geschäfte machen wollen, tragen eine Mitverantwortung für die Zerstörung eines der letzten intakten Ökosysteme der Welt. Ihr scheinbar profitables Geschäft in der Arktis kann katastrophale Folgen haben.

Auch Schweizer Konzerne kurbeln die riskanten Ölbohrungen in der Arktis direkt oder über Verträge mit Ölkonzernen mit an.

Offshore-Ölbohrungen in der Arktis sind extrem riskant. Aufgrund der harschen arktischen Bedingungen kann eine Ölkatastrophe durch Materialversagen oder menschliche Überforderung nie ausgeschlossen werden. Ausgetretenes Öl wird wegen der tiefen Temperaturen extrem langsam abgebaut. Die Folgen des Unfalls der Exxon Valdez in Alaska vor 25 Jahren schädigen das Ökosystem noch heute. Die Rentabilität von arktischem Offshore-Öl ist auch ohne Eintreten einer Katastrophe höchst fragwürdig. Sie ist abhängig von hohen Ölpreisen und stabilen politischen Rahmenbedingungen (z. Bsp. Steuererleichterungen). Der Konzern Total war sich dessen bewusst, als er im September 2012 wegen der hohen Image-Risiken einer Ölpest in einer ökologisch derart sensiblen Region vor Offshore-Ölbohrungen in der Arktis warnte.

Konzerne, die planen bzw. bereits begonnen haben in der Arktis nach Öl bohren, führen uns eindrücklich vor Augen, dass sie den besonderen Herausforderungen nicht gewachsen sind. Der Konzern Shell musste sein Arktis-Projekt vor Alaska nach einer langen Pannenserie für das Jahr 2013 einstellen. Erst kürzlich gab Shell bekannt, die geplanten Ölbohrungen für 2014 erneut auf unbestimmte Zeit verschieben zu müssen. Es wurde erkannt, dass Umweltrisiken und das potenzielle Ausmass einer Ölkatastrophe bei der Lizenzvergabe durch die US-Behörden falsch berechnet wurden. Der russische Konzern Gazprom begann im Dezember 2013 mit den ersten Arktis-Offshore-Ölbohrungen der Geschichte. Gazprom geht mit der veralteten Bohrplattform Prirazlomnaya ein grosses Risiko ein. Zudem hat der Konzern bereits beim Bohrstart gegen sicherheitsrelevante russische Gesetze verstossen.

«Ölkonzerne riskieren die Zerstörung der Arktis für die Förderung von Öl, welches ohnehin nicht mehr verbrannt werden darf, wenn die international vereinbarten Klimaschutzziele erreicht werden sollen», sagt Nadine Berthel, Leiterin der Arktiskampagne von Greenpeace Schweiz. «Kein künftiges Energieszenario, das die Welt vor dem gefährlichen Klimawandel bewahren soll, wird Öl aus den eisbedeckten Gewässern der Arktis enthalten», so Berthel.

Jedes Unternehmen, das mit Öl aus der Arktis Geschäfte macht, trägt eine Mitverantwortung! Im Falle einer Ölkatastrophe tragen deshalb auch Schweizer Geschäftspartner eine Mitschuld.

Save The Arctic

 

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