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Freitag, 18. April 2014

© Denis Sinyakov / Greenpeace

Freitag, 18. April 2014

© Denis Sinyakov / Greenpeace

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die erste Lieferung von Öl aus dem Arktischen Ozean nach Europa angekündigt. Der Tanker «Mikhail Ulyanov» wird das Öl von der Plattform Prirazlomnaya in der russischen Petschorasee laut Betreiber Gazprom nach Rotterdam transportieren.

In einem Telefongespräch mit Alexey Miller, dem Geschäftsführer des russischen Energiekonzerns Gazprom, sagte Putin, dass der Transport ein wichtiger Schritt zur künftigen Expansion Russlands auf den globalen Energiemärkten sei.

Den Start des Ölexports kommentiert Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace: «Mit grossem Brimborium versucht Gazprom bereits heute von einer künftigen Katastrophe abzulenken. Konzern-Chef Miller ignoriert alle Warnungen, dass ein Ölunfall in der Arktis nicht beherrschbar ist. Der Notfallplan seines Unternehmens ist eine Farce. Wer glaubt, mit Spaten und Schaufel einen Ölunfall in der Arktis beherrschen zu können, disqualifiziert sich.»

An der Bohrinsel Prirazlomnaya hatten im letzten Jahr die Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise gegen die Ölförderung in arktischen Gewässern protestiert. Der Fall der Arctic 30, zu denen der Schweizer Marco Weber gehörte, erregte weltweit Aufmerksamkeit, nachdem ein Einsatzkommando das Schiff gestürmt hatte und für die gesamte, dreissigköpfige Crew eine zweimonatige Untersuchungshaft in Russland angeordnet wurde.

Nach Medienberichten hatte Gazprom beabsichtigt, mit dem Öl von der Prirazlomnaya bereits Ende Februar einen europäischen Hafen anzusteuern. Es muss vermutet werden, dass die extremen Wetterbedingungen der Arktis zu den Verzögerungen beigetragen haben. Die Ölförderung in dieser Region ist ein gefährliches Wagnis: Ein Ölunfall würde hier fast unweigerlich zu einer ökologischen Katastrophe für Mensch und Natur führen. Weltweit gibt es kein erprobtes Mittel, um Öl, dass in den eisigen Gewässern ausgelaufen ist, wieder zu bergen.

Setzen Sie sich zum Schutz der Arktis ein.

 

 

 

 

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