Mittwoch, 30. April 2014

Vor der Bayer Aktionärsversammlung protestieren Greenpeace-Aktivisten gegen für Bienen gefährliche Pestizide des Chemiekonzerns.

«Stop Killing Bees» stand auf den Informationsflyern, die Greenpeace-AktivistInnen an der gestrigen Generalversammlung von Syngenta in Basel an die Aktionäre und Aktionärinnen verteilt haben. Die Vermarktung von bienenschädlichen Pestiziden ist seit Jahren schon ein lukratives Geschäft für den Schweizer Agrochemiekonzern.

Auch an der Generalversammlung von Bayer in Köln forderten als Bienen verkleidete BienenschützerInnen ein umfassendes Verbot für bienenschädliche Pestizide. Mitte April wurde bekannt, dass bei Leverkusen (D) mehr als eine Million Bienen von einem besonders schädlichen Wirkstoff des Chemiekonzerns Bayer getötet worden sind. Das Insektizid Clothianidin wird unter dem Namen «Poncho» von der Bayer Science Crop Science produziert.

Trotzdem gestehen die agrochemischen Konzerne bislang ihre Rolle beim globalen Bienensterben nicht ein und torpedieren die in der EU und der Schweiz verordneten Gesetze gegen die bienenschädlichen Neonicotinoid-Pestizide weiterhin.

«Für diese Agrochemie-Konzerne sind die schlimmsten Bienengifte die absoluten Kassenschlager. Entsprechend bekämpfen sie das befristete europaweite Teil-Verbot.» sagt Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. «Syngenta und Co. repräsentieren das scheiternde System einer chemieintensiven Monokulturen-Landwirtschaft, die zu einem Verlust der Artenvielfalt und lebenswichtiger ökologischer Funktionen wie der Bienenbestäubung führt.»

Faule PR-Strategie

Bei der Verteidigung ihres bienenschädlichen Agrar-Geschäfts greifen die agrochemischen Konzerne gerne zu übertriebenen Zahlen und panikmachenden Argumenten über die Folgen des Teil-Verbots von Neonicotinoiden, darunter Behauptungen über drastische Ertragseinbrüche und folgenschwere Arbeitsplatzverluste in Europa.

Um diese faule PR-Strategie zu entlarven, veröffentlichte Greenpeace gestern den Bericht «Corporate Science Fiction», eine kritische Beleuchtung der Strategien, die Bayer und Syngenta anwenden, um die wissenschaftliche, politische und öffentliche Debatte über die Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide zu beeinflussen.

«Der Bericht zeigt, wie Syngenta und Bayer versuchen, die öffentliche Debatte zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Die Ignoranz der existierenden wissenschaftlichen Daten ist der rote Faden, der sich in der Debatte um die Neonicotinoide durch die komplette Kommunikation der grossen Unternehmen zieht»,  so Künzle weiter.

Um einen umfassenden Schutz für die Bienen zu erwirken, schreiben Sie bitte direkt an Bundesrat Johann Schneider-Ammann und fordern sie ein ganzheitliches Verbot von bienenschädlichen Pestiziden.

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