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Die Kanuten von Kanukraft gegen Atom werden freudig auf der Beluga in Basel empfangen

Mit dem Kanu von Mühleberg nach Basel und da das Greenpeace-Schiff Beluga empfangen: Das war das Ziel einer ambitionierten Gruppe von Greenpeace-Freiwilligen. Mit der Kanutour machten sie auf die Gefahren von überalterten AKW, auf die Abstimmung zur Abschaltung von Mühleberg und auf die Ankunft des Greenpeace-Schiffs Beluga in Basel aufmerksam.Wir sind eine Greenpeace Freiwilligengruppe die entschieden hat bei allen Schweizer AKWs vorbeizupaddeln, um Aufmerksamkeit für diese Risiken von Uralt-AKW zu gewinnen. Die Tour fand im Rahmen der Greenpeace Kampagne «Stop Risking Europe» statt. Wir waren wir mit zwei Kanus unterwegs, gekocht wurde auf dem Holzkocher (Pyrolysekocher für die Kenner), geschlafen wurde im Zelt, unter Blachen oder unter den Kanus.Am Samstagabend vor der Tour haben wir uns mit einigen Naturfreunden und AKW-GegnerInnen in Mühleberg getroffen und gemeinsam zur Abschaltung des AKW Mühleberg getanzt. Das Motto des Abends war 1971: Dann gab es noch keine Smartphones, Handys oder Laptops, nicht alle  schweizer Haushalte hatten Strom und fliessend Wasser. Die Autos hatten weder ABS, Airbags noch KAT. Eine ganz andere Zeit, und viele der veralteten Technologien von damals werden nicht mehr gebraucht. Nicht so das Uralt-AKW Mühleberg! Die Kantonspolizei Bern hatte keine Freude an uns, sind wir gefährlicher als das AKW selbst? Zerfällt es durch die 70er-Musik? Mühleberg – Graben


Die Kanuten von Kanukraft gegen Atom werden freudig auf der Beluga in Basel empfangen

Mit dem Kanu von Mühleberg nach Basel und da das Greenpeace-Schiff Beluga empfangen: Das war das Ziel einer ambitionierten Gruppe von Greenpeace-Freiwilligen. Mit der Kanutour machten sie auf die Gefahren von überalterten AKW, auf die Abstimmung zur Abschaltung von Mühleberg und auf die Ankunft des Greenpeace-Schiffs Beluga in Basel aufmerksam.

Wir sind eine Greenpeace Freiwilligengruppe die entschieden hat bei allen Schweizer AKWs vorbeizupaddeln, um Aufmerksamkeit für diese Risiken von Uralt-AKW zu gewinnen. Die Tour fand im Rahmen der Greenpeace Kampagne «Stop Risking Europe» statt. Wir waren wir mit zwei Kanus unterwegs, gekocht wurde auf dem Holzkocher (Pyrolysekocher für die Kenner), geschlafen wurde im Zelt, unter Blachen oder unter den Kanus.

Am Samstagabend vor der Tour haben wir uns mit einigen Naturfreunden und AKW-GegnerInnen in Mühleberg getroffen und gemeinsam zur Abschaltung des AKW Mühleberg getanzt. Das Motto des Abends war 1971: Dann gab es noch keine Smartphones, Handys oder Laptops, nicht alle  schweizer Haushalte hatten Strom und fliessend Wasser. Die Autos hatten weder ABS, Airbags noch KAT. Eine ganz andere Zeit, und viele der veralteten Technologien von damals werden nicht mehr gebraucht. Nicht so das Uralt-AKW Mühleberg! Die Kantonspolizei Bern hatte keine Freude an uns, sind wir gefährlicher als das AKW selbst? Zerfällt es durch die 70er-Musik?

Mühleberg – Graben


Start der Kanutour beim AKW Mühleberg – das muss jetzt vom Netz

An Tag 1 war die Strecke von Mühleberg bis zum Bielersee unser Ziel. Wie lange geht es noch bis die Uraltreaktoren sich von selbst ausschalten, und die Gebiete rundum unbewohnbar machen? Wir spürten, dass wir viel Gepäck dabei hatten, als auswassern und alles um die Wasserkraftwerke tragen mussten. Doch bei dem unerwartet schönen Wetter kamen wir schnell voran. Wir biwakierten an einem schönen Platz am See.

Der zweite Tag fing regnerisch an. Zudem mussten wir daran denken, dass vor einem Jahr Caesium im Bielersee gefunden worden war, und fragten uns wie viel radioaktive Stoffe versteckt und verdeckt sind. An diesem zweiten Abend gönnten wir uns den Luxus auf einem Campingplatz mit Dusche zu übernachten. Die letzte Dusche auf der ganzen Strecke wie sich zeigen wird.

Am dritten Tag, unter einer dicken Schicht Sonnencreme, paddelten wir bei Graben BE vorbei. Dort war auch ein AKW geplant, das aber glücklicherweise nicht gebaut wurde. Eine Gefahr weniger, und weniger auf Steuerzahler abgewälzte Kosten. Wir biwakierten kurz nach Graben am Flussufer, wieder an einer wunderschönen Stelle. Um zu symbolisieren, dass unsere Zukunft erneuerbar ist, kochten wir wieder mit dem Pyrolyse-Kocher. Dieser ermöglicht es, mit sehr wenig Holz sauber zu kochen. Grosse Pyrolyseöfen können auch zur Stromproduktion genutzt werden, sind aber nicht wie unser einfach aus Altmetall zusammenzubasteln.

Graben – Villnachern
Am Mittwoch, vierter Tag der Tour, folgten wir der Aare bis Gösgen. Dort assen wir vor dem AKW eine Suppe, symbolisch dafür, dass wir die Suppe auslöffeln müssen die uns die Generation unserer Eltern und Grosseltern eingebrockt hat. Atomare Altlasten sind jedoch nicht so schmackhaft.

Am Donnerstag paddelten wir weg von Gösgen, und mussten zum Glück bis zum Übernachtungsort bei Villnachern kein einziges AKW anschauen. Aber auch in AKW-freien Gebieten gibt es Probleme wegen dem Abbau. Riesige Gebiete werden verseucht, von radioaktivem Schutt und Staub und von den Säuren. Beim Abbau trifft es häufig Gebiete der armen Urbevölkerung, wie bei den Aborigines in Australien, die vom Abbau nur zu Leid und keinerlei Lohn erhalten. Wenn wir AKWs wollen dann externalisieren wir die Kosten und internalisieren den nutzen, bis ein Unfall passiert. Dann sind die Kosten überall verteilt.


Mahnwache für die Opfer von Uranabbau und AKW-Unfällen vor dem AKW Beznau

Villnachern – Beznau
Am sechsten Tag paddelten wir bis kurz vor Beznau. In Beznau erwartete uns die Polizei. Da wir aber geplant hatten, kurz davor zu übernachten, brauchten sie eine Weile bis sie bei uns waren. Am Abend wurde dann eine Mahnwache vor dem AKW mit der Regionalgruppe Zürich abgehalten. Mit Kerzen legten wir einen ikonischen Schrei im Stil von Munch am Boden aus (zur Fotogalerie). Vor dem Schlafen wurden wir nochmals kontrolliert, und mitten in der Nacht wurden wir von der Polizei geweckt. Am Morgen gab es dann noch zwei Kontrollen. Wie unsicher ist dieses AKW wenn zwei Gummiboote und drei Paddler eine Bedrohung darstellen?

Am Samstag, 26. April, dem 28. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe paddelten wir von Beznau über Leibstadt bis nach Mumpf. Kurz vor dem vermeintlichen Campingplatz fing es an zu Regnen und es wurde dunkel. Mit nassen Kleidern und ein paar Zentimetern Wasser in den Booten mussten wir ein Not-Biwak am Ufer aufschlagen. Die letzte Nacht war kurz, wie alle Nächte, aber wenigstens wurden wir nicht geweckt.

Beznau – Beluga Basel
Der achte letzte Tag fing schlecht an: Zwei von den drei Kanuten hatten eine Magenverstimmung. Die eine Person, mit Fieber, konnte mit einem Teil vom Material und einem Boot abgeholt werden. Die andere Person fütterte die Fische auf dem Weg. Trotzdem erreichten wir  über das verhinderte AKW Kaiseraugst die Beluga II in Basel. Die dritte Person erkrankte am nächsten Tag. Lag es am Essen? Lag es am Wasser? Wenn wir  schon über Wasser schreiben: Was passiert mit der Trinkwasserversorgung von Basel, wenn in einem der fünf flussaufwärts gelegenen AKW ein Unglück passiert? In Basel erreichten wir mit nur noch einem Kanu und zwei Personen am Abend die Beluga. Übermüdet und froh es trotz allem geschafft zu haben, schliefen wir fast im Sitzen ein.


Mit letzter Kraft wird das Kanu nach über 250 Kilometern Paddeln an Bord der Beluga in Basel gehievt.

 

Open Boat Days auf dem Greenpeace-Schiff Beluga
an der Schifflände Basel
Freitag 2. Mai 10.00 – 18.00 Uhr
Samstag 3. Mai 10.00 – 18.00 Uhr
Sonntag 4. Mai 14.00 – 18.00 Uhr sowie spontan nach Möglichkeit

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