Die Atomaufsicht hat am Freitag die Reparaturen am Containment des AKW Leibstadt durchgewinkt. Der Betreiber des Atomkraftwerkes mag die Löcher in der Schutzhülle wegretuschiert haben, die grossen Lücken in der Sicherheitskultur sind aber immer noch nicht geschlossen. 

Die Atomaufsicht hat am Freitag die Reparaturen am Containment des AKW Leibstadt durchgewinkt. Der Betreiber des Atomkraftwerkes mag die Löcher in der Schutzhülle wegretuschiert haben, die grossen Lücken in der Sicherheitskultur sind aber immer noch nicht geschlossen. 


AKW-Projektion in Leibstadt nach dem GAU in Fukushima im Jahr 2011

 

«Dass eine externe Firma während des Betriebs in einem sensiblen Bereich der Anlage unkontrolliert bohren und Feuerlöscher montieren kann, ist inakzeptabel und stellt die Sicherheit der gesamten Anlage in Frage», sagt Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Schweiz. Höchst bedenklich ist aber auch, dass das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) trotz Hunderten von Inspektionen einen solchen gravierenden Vorfall nicht merkt, wie vor einer Woche die «Schweiz am Sonntag» schrieb.

Da das Vertrauen in die AKW-Betreiber und in die Atomaufsicht stark angeschlagen sei, könnten die weiteren Abklärungen des Vorfalls nicht allein dem ENSI und allenfalls dem ENSI-Rat überlassen werden, ist Kasser überzeugt: «Bundesrätin Doris Leuthard als Vorsteherin der Bewilligungsbehörde UVEK muss nun unverzüglich eine unabhängige Untersuchung einleiten, um zu verhindern, dass die Atomaufsicht weiterhin im Dunkeln tappt und gravierende Fehler wie in Leibstadt übersieht». 

Sehen Sie das live-Interview mit Florian Kasser in der Sendung «Schweiz Aktuell» vom Freitag 18. Juli, um 19:00 Uhr.

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