Im Jahr 2014 produzieren Sonne, Wind und Biomasse zusammen erstmals nahezu gleichviel Strom wie das AKW Mühleberg. Der aufgehende Star ist dabei die Sonnenenergie – würde sie nicht politisch ausgebremst. Das zeigt der neuste Energiewendeindex der Umweltallianz.

Im Jahr 2014 produzieren Sonne, Wind und Biomasse zusammen erstmals nahezu gleichviel Strom wie das AKW Mühleberg. Der aufgehende Star ist dabei die Sonnenenergie – würde sie nicht politisch ausgebremst. Das zeigt der neuste Energiewendeindex der Umweltallianz.


Photovoltaik ist der Star der Schweizer Energiewende. Doch 30’000 Photovoltaik-Anlagen warten wegen politischer Stolpersteine auf die Realisierung.

 Die hochgerechnete Jahresproduktion an Strom der neuen Erneuerbaren (Biomasse, Sonne und Wind) beträgt 2‘738 GWh und bewegt sich auf der Höhe der durchschnittlichen Produktion des AKW Mühleberg (2‘900 GWh). Der Ausbau der Photovoltaik ist der Renner bei den neuen erneuerbaren Energiequellen. Dies trifft sich gut, denn die Solarenergie und die Wasserkraft passen zusammen. Gemeinsam könnten sie die ganzjährige Versorgungssicherheit garantieren – tagtäglich, ohne Ausland-Abhängigkeiten und CO2-Emissionen durch Erdgas-Anlagen. Zudem: Eine fertig installierte Kleinanlage kostet heute viermal weniger als im Jahr 2004.

Auch in seinem zweiten Jahr zeigt der Energiewende-Index der Umweltallianz (von Greenpeace, Pro Natura, VCS und dem WWF) allerdings: In vielen Bereichen sind wir noch nicht genug auf Kurs. Noch ist kein Atomkraftwerk abgeschaltet, keine Laufzeiten sind festgelegt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss noch zudem stärker an Dynamik gewinnen. Bei der Steigerung der Energieeffizienz könnte die Schweiz zudem noch viel besser sein. Der Index zeigt aber auch: Bei der Wirtschaftlichkeit müssen wir uns keine Sorgen machen. Energie kostet die Schweiz weniger als die meisten anderen Länder der Welt.

To-do: AKW abschalten, Photovoltaik mehr fördern

Daraus lässt sich ableiten, was noch zu tun ist: Die ältesten Atomkraftwerke zügig abschalten und Laufzeiten gesetzlich regeln, Rahmenbedingungen für den schnellen und naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien schaffen, wirksame Anreize gegen Energieverschwendung setzen. Dann wird die Energiewende zum Erfolg. Nun muss das Parlament mit der Energiestrategie dafür sorgen, dass die Energiewende weiter an Fahrt gewinnt. Markus Allemann, Co-Geschäftsleiter von Greenpeace Schweiz, sagt dazu: «Ein weiterer Ausbau der Photovoltaik ist der wichtigste Baustein, um bei der Stromproduktion auf Energiewende-Zielpfad zu kommen. Zwar übertrifft die installierte Photovoltaik den Zielpfad des Energiewende-Index und sämtlicher Bundesszenarien. Betrachtet man jedoch die projektierte Produktion der Warteliste mit aktuell über 30’000 Photovoltaik-Projekten dazu, dann könnte der Ausbau noch weiter fortgeschritten sein.»

Billiger Dreckstrom aus dem Ausland macht Preise und Umwelt kaputt

Die Meldungen, dass die Solarenergie unsere einheimische Wasserkraft bedrohe, halten hingegen einer Prüfung nicht stand: Es ist der Angebotsüberschuss auf dem europäischen Strommarkt der die Preise kaputt macht. Zuviel Strom gibt es hauptsächlich, weil Braun- und Steinkohlekraftwerke auf Hochtouren laufen. Eine Dreckstromabgabe auf Strom von diesen Kraftwerken würde unserer einheimischen Wasserkraft helfen – und es gibt weitere Argumente gegen Dreckstrom: Erst letztes Wochenende haben 7500 Menschen an der deutsch-polnischen Grenze mit einer acht Kilometer langen Menschenkette gegen den Ausbau des Braunkohletagebaus protestiert.


Menschenkette gegen Kohle © Ruben Neugebauer / Greenpeace

Dass mit der weiteren Förderung der Braunkohle die Energiewende und die Klimaziele Deutschlands, Polens und Europas verfehlt würden, ist das Eine. Das Andere sind die bereits heute sichtbaren Folgen des Braunkohleabbaus: Versauerte Seen, Verockerung der Spree, auf Jahrhunderte chemisch stark veränderte Grundwasserreserven. Mehr als 120’000 Menschen haben sich im vergangenen Jahr schriftlich gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II ausgesprochen. Bis zu 5 Prozent des Schweizer Strommixes für Grossabnehmer stammt dennoch aus ausländischer Kohle.

Du bist gegen den Import von billigem Dreckstrom? Dann unterzeichne jetzt die Petition gegen Dreckstromimporte.

Und entdecke das Potenzial von Solarenergie in der Schweiz auf www.solarmacher.ch

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