Montag, 8. September 2014

© Greenpeace / Kurt Prinz

 

Gefährliche Chemikalien befinden sich nicht nur in Textilien und Lebensmitteln. Sie stecken auch in gewöhnlichen Kosmetikprodukten drin. Die beiden Organisationen Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) sowie Pingwin Planet schlagen jetzt Alarm. Sie haben in 67 gekauften Produkten die gefährliche Chemikalie Triclosan gefunden: in Zahnpasta, Hautcreme, Deo, Seife, Shampoo. Nun wollen sie den Problemstoff verbieten lassen. Ausnahme: Rein medizinische Anwendungen sollen weiter erlaubt sein.

Triclosan taucht unter anderem in der Muttermilch auf und steht im Verdacht, krebserregend und hormonaktiv zu sein, Spermien zu schädigen und Antibiotikaresistenzen auszulösen. Im US-Bundesstaat Minnesota ist Triclosan bereits verboten, doch in der Schweiz ist die gefährliche Chemikalie immer noch erlaubt.

Das von der Basler Firma Geigy entwickelte Biozid ist doppelt bedenklich. Denn bei seiner Produktion und unter Umständen auch bei seinem Abbau entstehen Spuren von oft hochgiftigen Dioxinen und Furanen als unerwünschte Nebenprodukte. Wie das Triclosan selbst reichern sich auch diese im Fettgewebe des Menschen an und kommen unweigerlich in der Muttermilch wieder zum Vorschein.

Über die Triclosan-Belastung der Muttermilch ist in der Schweiz allerdings wenig bekannt: Die letzten Untersuchungen stammen von 2009. Weshalb? Humanmilch ist gesetzlich kein Lebensmittel und wird somit von den kantonalen Laboratorien nicht untersucht. Es kümmert sich also keine Behörde wirklich um ihren Schutz.

Dabei wäre es klar: Triclosan gehört auf keinen Fall in die Muttermilch. Deshalb soll das riskante Biozid aus unseren Alltagsprodukten verschwinden. AefU und Pingwin Planet lancieren  – unterstützt von Greenpeace Schweiz – die Online-Petition «Triclosan verbieten – sofort.» 

Wir wollen gesunde Produkte. Und Sie? Fordern Sie vom Bundesrat ein Verbot von Triclosan.

Greenpeace setzt sich schon lange gegen eine verantwortungslose Verwendung von Chemikalien und für eine Entgiftung von Produktionsketten (etwa in der Textilbranche) ein.

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