Just wenn die ersten Jodtabletten-Packungen vom Pöstler verteilt und die damit beglückten Haushalten daran erinnert wurden, dass in der Schweiz eine Atomkatastrophe jederzeit passieren kann, hat die Energiekommission des Nationalrats getagt, um den seit langem angekündigten Atomausstieg noch länger hinauszuzögern.   

Just wenn die ersten Jodtabletten-Packungen vom Pöstler verteilt und die damit beglückten Haushalten daran erinnert wurden, dass in der Schweiz eine Atomkatastrophe jederzeit passieren kann, hat die Energiekommission des Nationalrats getagt, um den seit langem angekündigten Atomausstieg noch länger hinauszuzögern.   

Das Ergebnis ist ernüchternd. Ein Bauverbot für neue Anlagen gehört zwar weiterhin zum «Ausstiegspaket», die bürgerliche Mehrheit der Kommission lehnt es aber immer noch ab, für die fünf bestehenden Reaktoren ein klares Abschaltdatum zu bestimmen. Das bedeutet, dass die Schweizer Atomkraftwerke einfach weiterlaufen können.

Vor wenigen Tagen hatte das ENSI angekündigt, für die Reaktoren Gösgen und Leibstadt sei ein Betrieb bis 80 Jahre möglich. Die Rechnung ist schnell gemacht: In diesem Jahr wird das AKW Leibstadt, der jüngste Reaktor – besser gesagt der am wenigsten alte – 30 Jahre alt. Sollte es tatsächlich 80 Jahre lang betrieben werden, das heisst ab heute noch 50 Jahre, wird Leibstadt erst im Jahr… 2064 stillgelegt!

Das ist kein Witz. Bundesrat und Parlament versprechen uns jetzt einen Atomausstieg, der einen grossen Sicherheitsverlust mit sich bringt. Vor Fukushima war immer die Rede, die bestehenden Reaktoren spätestens nach 50 Jahren Betrieb mit «Ersatzkernkraftwerken» zu ersetzen. Mit dem Ziel, aus dem Atomausstieg «auszusteigen», sprechen Betreiber und Behörden neuerdings von Laufzeiten von 60 bis 80 Jahren. Mit derart alten Anlagen kann es leider gut sein, dass wir in Zukunft mal Jodtabletten brauchen.

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