Der Bericht des Weltklimarats ist eindeutig: Nur durch raschen Ausbau Erneuerbarer Energien lässt sich eine Welt ohne CO2-Ausstoss schaffen – und der Klimawandel kontrollieren.

Der Bericht des Weltklimarats ist eindeutig: Nur durch raschen Ausbau Erneuerbarer Energien lässt sich eine Welt ohne CO2-Ausstoss schaffen – und der Klimawandel kontrollieren.

Montag, 3. November 2014
Kinder sitzen unter Solarpanels im Dorf Dharnai in Indien.

So kanns gehen: Mit Hilfe von Greenpeace können die Menschen Dharnais ihren Strombedarf durch eigene Solarenergie decken.
© Vivek M. / Greenpeace

 

Das arktische Eis schmilzt. Stürme, Überschwemmungen und Dürren nehmen zu. Die Temperaturen steigen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute überall auf der Welt spürbar. Über die Ursachen dafür sind sich die Forscherinnen und Forscher des Weltklimarats in ihrem fünften Klimareport, den sie gestern in Kopenhagen vorlegen, einig: Die Verbrennung fossiler Energien treibt die Erderwärmung voran.

Auch daran wie das Problems zu lösen wäre, gibt es kaum Zweifel: mit Erneuerbaren Energien. Sie sind, so sagen die Klimawissenschaftlerinnen und Klimawissenschaftler, inzwischen so weit entwickelt, dass sie Schritt für Schritt an die Stelle von Kohle, Gas und Öl treten können.

Zu viele Emissionen

Der Weltklimarat besteht aus den weltweit führenden Klimaforscherinnen und Klimaforschern; sie legen im Abstand von etwa sechs Jahren einen Bericht über den Fortschritt des Klimawandels vor. Diese Klimaberichte sind die wissenschaftliche Basis, auf der die Länder ihre Massnahmen gegen den Klimawandel konzipieren. An diesem Wochenende veröffentlichte der Rat seinen fünften Bericht, der Ursachen, Folgen und Lösungen des Klimawandels zusammenfasst.

Zu dessen Hauptursachen zählt der Report die Verbrennung fossiler Energien wie Kohle und Öl. Deren Anteil am globalen Energiemix steigt noch immer; zwischen 2000 und 2010 nahmen die Emissionen stärker zu als jemals zuvor. Aber auch die Abholzung von Wäldern und ein Mangel an nachhaltiger Landwirtschaft tragen zu den Problemen bei.

Erneuerbare Energien als Lösung

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Erneuerbaren Energien sind technologisch inzwischen ausgereift. Sie können fossile Kraftwerke mehr und mehr ersetzen. Die Idee einer globalen Wirtschaft, die bis Mitte des Jahrhunderts ohne CO2-Emissionen auskommt, ist keine wilde Utopie mehr, sondern realistisch: Der Kostenverfall bei den Solar- und Windanlage ist so rasant, dass sie schon bald wirtschaftlicher als jedes Kohlekraftwerk sein werden.

Ein konsequenter Umstieg ist zwingend nötig. Nur so kann die Erwärmung der Erde unter zwei Grad und damit in beherrschbaren Grenzen gehalten werden. Aber die Zeit läuft. Laut Klimabericht muss die Welt ihre Energieversorgung innerhalb von wenigen Jahrzehnten umstellen.

Die Schweiz in der Pflicht

Kein Land kann den Kampf gegen den Klimawandel alleine gewinnen. Stattdessen sind weltumspannende Bemühungen notwendig. Als Industrieland muss die Schweiz dabei Verantwortung übernehmen und mit richtungsweisenden Entscheidungen vorangehen.

Der Bundesrat hat sich im Frühling 2014 von einer wissenschaftlich geleiteten Klimapolitik verabschiedet. Mit dem Entscheid, bis 2020 die Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 abzusenken, bleibt der Bundesrat deutlich hinter den Anforderungen für die Eindämmung der Klimaerwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zurück.

Der Bundesrat sollte seine Klimapolitik an den wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren und nicht an den wirtschaftlichen Interessen der Erdöllobby. Ziel muss eine Energieversorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien und ohne CO2-Emissionen bis Mitte dieses Jahrhunderts sein. Als ersten Zwischenschritt auf diesem Weg muss der CO2-Ausstoss um 60 Prozent reduziert werden. Das Energie- und Klimaszenario Energy [R]evolution von Greenpeace Schweiz zeigt, dass diese Ziele mit einer klugen Politik erreichbar und erschwinglich sind.

Fordere Umweltministerin Doris Leuthard jetzt auf, die Schweiz wieder an die Spitze der klimafreundlichsten Länder zu stellen!

Petition

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