Riesige Industrie-Fangschiffe plündern die Meere, 90 Prozent der Fischbestände sind ausgebeutet. Ein neuer Greenpeace-Report benennt die Monster-Schiffe und deren Betreiber.Unsere Ozeane sind in einer Krise: Überdimensionierte Fangflotten jagen mehr Fisch, als nachwachsen kann. Doch nicht nur die Fischbestände sind bedroht. «Den Kleinfischern an den Küsten geht nichts mehr ins Netz, während die Fischerei-Monster weltweit riesige Mengen Fisch und Beifang aus den Meeren holen», sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. 

Riesige Industrie-Fangschiffe plündern die Meere, 90 Prozent der Fischbestände sind ausgebeutet. Ein neuer Greenpeace-Report benennt die Monster-Schiffe und deren Betreiber.

Unsere Ozeane sind in einer Krise: Überdimensionierte Fangflotten jagen mehr Fisch, als nachwachsen kann. Doch nicht nur die Fischbestände sind bedroht. «Den Kleinfischern an den Küsten geht nichts mehr ins Netz, während die Fischerei-Monster weltweit riesige Mengen Fisch und Beifang aus den Meeren holen», sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. 

Montag, 10. November 2014
Faires Fischen bedeutet, nur so viel zu fangen, wie man braucht, und nicht mehr.

Hunderttausende hart arbeitender Handwerksfischer tun genau das, indem sie Fanggeräte verwenden, die minimale Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben. Diese Fischer werden jedoch aus ihrem Beruf verdrängt, wegen grosser Fischereifahrzeuge wie den Fischereimonstern.

 

Überfischung ist ein globales Problem mit unbestreitbaren Folgen: Fast 90 Prozent aller kommerziell genutzten Fischbestände sind überfischt – 61 Prozent sogar in kritischem Masse. Ein Grossteil der EU-Fischereirechte liegt in den Händen nur weniger Unternehmen. Millionenschwere Fischerei-Baronen plündern die Ozeane ohne Rücksicht auf ökologische und soziale Belange. 

Für grosses Aufsehen sorgte Undercover-Videomaterial vom Alltag auf einem Industriefischerboot, das Greenpeace zugespielt wurde. Die Szenen zeigen wie mit jedem Fang auch Unmengen an Beifang – darunter Schildkröten, Haie, Speerfische und sogar Walhaie – an Bord der Thunfischfänger verenden.

Der neue Greenpeace-Report liefert Daten über die 20 schlimmsten europäischen Fangschiffe: Grösse, Fangmethode, Finanzierung und Beflaggung. Unter den Fischerei-Monstern ist zum Beispiel das 116 Meter lange deutsche Schiff «Helen Mary» – subventioniert mit Steuergeldern: Über 6,2 Millionen Euro steuerte die EU für den Bau bei, später noch einmal 130’000 Euro für Modernisierungen.

Vor Westafrika ist das Schiff auf der Jagd nach Heringen, Makrelen und Sardinen. Als Beifang gehen ihm auch Hammerhaie, Manta-Rochen und Delphine ins Netz – für die Tiere der sichere Tod.

Die Tricks der Fischerei-Monster

Der Bericht zeigt auch die Tricks der Fangflotten-Eigentümer zur Gewinnmaximierung: Schiffe wechseln die Flaggen, um Zugänge zu Fanggründen zu bekommen. Mit Tarnfirmen und in Steueroasen werden Vorschriften umgangen. Die Regierungen sehen tatenlos zu.

Lösung in Sicht

Greenpeace zeigt mit dem Report aber auch, dass es Lösungen gibt, damit sich die Fischbestände wieder erholen können: Abbau der EU-Fangflotten, verstärkte Subventionierung sowie Förderung von Arbeitsplätzen in der handwerklichen Fischerei. Dafür muss aber auch die Politik ihre Verantwortung übernehmen. Hier gehts zum Report.

In den kommenden Monaten legen die Fischereiminister der Europäischen Union die Fangmengen für das Jahr 2015 fest. Greenpeace fordert die Regierungen auf,
Meere und Menschen ernsthaft zu schützen, die Kleinfischerei zu fördern und die Unternehmen der zerstörerischen Fabrikschiffe zur Verantwortung ziehen.

Unsere Ozeane brauchen unsere Hilfe! Unternimm was gegen Fischereimonster und hilf mit, unsere Meere zu schützen:

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