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Donnerstag, 15. Januar 2015

© Steve Morgan / Greenpeace

Drei grosse Ölfirmen stoppen ihre Bohrprojekte vor West-Grönland. Das ist ein Signal an Konzerne, die in der Arktis nach Öl bohren wollen. Und an deren Investoren.

Donnerstag, 15. Januar 2015

© Steve Morgan / Greenpeace

Drei grosse Ölfirmen stoppen ihre Bohrprojekte vor West-Grönland. Das ist ein Signal an Konzerne, die in der Arktis nach Öl bohren wollen. Und an deren Investoren.

Laut der dänischen Zeitung Politiken geben Statoil aus Norwegen, GDF Suez aus Frankreich und die staatliche dänische DONG ihre Lizenzen für Öl-Erkundungen vor West-Grönland zurück.

Die Unternehmen schlugen mit ihrer Entscheidung gleichzeitig ein grosszügiges Angebot der grönländischen Regierung aus. Diese hatte die kosten- und verpflichtungslose Verlängerung der an sich teuren Lizenzen angeboten. «Das ist ein weiterer Sargnagel für die Jagd auf Öl in der Arktis», sagt Jon Burgwald, Arktis-Experte des nordischen Greenpeace-Büros.

Ölfirmen ziehen sich zurück

Offenbar gibt es unter Ölfirmen einen wachsenden Trend, sich aus dem teuren und hoch riskanten Geschäft in der Arktis zurückzuziehen. Erst vor einer Woche hat Maersk Oil, ein weiterer dänischer Konzern, seine arktischen Öl-Pläne in Ost-Grönland gestoppt. Die schottische Firma Cairn Energy beschloss bereits im vergangenen Jahr, Operationen unter extremen Klimabedingungen wie in Grönland vorerst zu unterlassen. Und auch das US-Unternehmen Chevron verzichtet aufgrund der «ökonomischen Unsicherheiten» auf unbestimmte Zeit darauf, in der kanadischen Arktis nach Öl zu bohren.

«Das zeigt einmal mehr, dass arktische Ölvorhaben sowohl zu teuer, als auch zu riskant sind – nicht nur für die unberührte arktische Natur, sondern auch für den Ruf jedes ernstzunehmenden Unternehmens», so Burgwald. «Die grönländische Regierung sollte das zum Anlass nehmen, jegliche Öl-Erkundungen ein für alle Mal zu beenden.»

Der russische Konzern Gazprom hingegen – der erste, der nördlich der arktischen Eisgrenze nach Öl bohrt – hält an der riskanten und unwirtschaftlichen Ölbohrung und -förderung in der Petschorasee fest. Auch die britisch-niederländische Shell liebäugelt schon lange mit den Ölvorkommen in Alaska und machte mit einer Serie von Pannen von sich reden.

Es ist unmöglich, dauerhaft sicher in der Arktis Öl und Gas zu fördern. Eiskaltes Wasser, Eisberge und extremes Wetter erschweren die Bohrbedingungen und erhöhen das Risiko. Bis zu einem Unfall ist es eine Frage der Zeit. Helfen Sie uns, die Arktis, ihre indigene Bevölkerung und ihre einzigartige Tierwelt vor der Gier der Ölkonzerne zu bewahren. Werden Sie ArktisschützerIn.

 

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