Parkinson, Autoimmunerkrankungen, Lymphdrüsenkrebs, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sind Beispiele von Krankheiten, die unter anderem mit Pestiziden in Verbindung gebracht werden. Eine neue Greenpeace-Studie lässt aufhorchen: Pestizide stellen ein grosses Gesundheitsrisiko dar.

Parkinson, Autoimmunerkrankungen, Lymphdrüsenkrebs, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sind Beispiele von Krankheiten, die unter anderem mit Pestiziden in Verbindung gebracht werden. Eine neue Greenpeace-Studie lässt aufhorchen: Pestizide stellen ein grosses Gesundheitsrisiko dar.


Es ist einem Apfel kaum anzusehen, ob er chemisch-synthetische Pestizide enthält. Wer auf Nummer Sicher gehen und naturnah essen will, kauft Bio.

 

«An apple a day keeps the doctor away.» Der tägliche Apfel, das Mittagsgemüse auf dem Teller – sie sind nährstoff- und vitaminreiche Lebensmittel. Und gesund. Das wurde uns so jedenfalls schon in Kindertagen eingebläut. Im Grundsatz stimmt das alles. Bloss: Möglicherweise gilt das nur für ökologisch produzierte Lebensmittel. Bei konventionell angebauter Ware könnte das anders aussehen. 

Auch bei uns sind verschiedene Pestizide in Böden, Gewässern, der Luft und im Essen nachweisbar. LandwirtschaftsvertreterInnen betonen immer wieder, wie nachhaltig die Schweizer Lebensmittelproduktion sei. Doch das ist ein Mythos: Die Schweiz schneidet punkto Pestizideinsatz im Vergleich zu anderen Ländern Europas überhaupt nicht besser ab. So ist die Belastung von Fliessgewässern beispielsweise enorm. 

Seit den 1950er-Jahren kommen chemisch-synthetische Pestizide in der industriellen Landwirtschaft weltweit zum Einsatz. Seither haben viele dieser Chemikalien infolge ihrer grossflächigen und häufigen Anwendung tief in unsere Lebensgrundlagen eingegriffen. Einige davon sind jahrzehntelang in der Umwelt nachweisbar. Inzwischen ist klar, dass diese Auswirkungen weitreichend und vielfältig sind. So mehren sich wissenschaftliche Berichte, die das Ausbringen von bestimmten Pestiziden mit dem Bienensterben und dem Artenschwund in Verbindung bringen. 

Kinder und Ungeborene besonders exponiert

Pestizide können aber auch uns Menschen krank machen. Kausalzusammenhänge lassen sich in der medizinischen Forschung zwar nur schwer beweisen – aber auch nicht einfach so ausschliessen. Die Indizien dafür, dass Pestizide krank machen können, häufen sich jedoch: Erst kürzlich hatte die WHO-Krebsagentur IARC wegen des Totalherbizides Glyphosat Krebsalarm geschlagen. Und in Frankreich ist der Zusammenhang zwischen Pestiziden und Parkinson offiziell anerkannt. 

Die Weltgesundheitsbehörde steht damit nicht alleine da, wie die neue Greenpeace-Studie «Pestizide und unsere Gesundheit – die Sorge wächst» jetzt bekräftigt. Die Zusammenfassung der aktuellen medizinischen Literatur lässt aufhorchen: Zwar sind die meisten Krankheiten wohl multifaktoriell bedingt, und es ist nicht einfach, eine Krankheit bestimmten Chemikalien oder einer Ursache zuzuordnen. Viele Studien verdeutlichen jedoch die statistischen Zusammenhänge zwischen der Pestizidexposition und einem höheren Risiko für Fehlentwicklungen, neurologische und immunologische Störungen sowie einiger Krebsarten. Exponiert sind vor allem LandwirtInnen und GärtnerInnen; besonders anfällig sind Ungeborene und Kleinkinder. Zu den vielen aktiven Wirkstoffen, die potenziell gesundheitsschädlich und in der Schweiz zugelassen sind, gehören beispielsweise Glyphosat oder Chlorpyrifos.

«Durch die aufgenommene Nahrung, aber auch über die Luft und die Wasserwege, konsumiert die Bevölkerung tagtäglich einen giftigen Pestizidcocktail. Menschen und Tiere müssen geschützt und ein Erkrankungsrisiko ausgeschlossen werden. Der Pestizid-Wahnsinn auf Äckern, Bahndämmen sowie in Privatgärten und Parks gehört verboten und muss durch chemiefreie Praktiken ersetzt werden!», sagt Marianne Künzle, Leiterin der Landwirtschaftskampagne bei Greenpeace Schweiz.

Ökologischer Anbau schützt Mensch und Tier

Der einzig sichere Weg, die Exposition gegenüber giftigen Pestiziden zu verringern, ist die Umstellung auf einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz in der Nahrungsmittelproduktion. Statt in eine Intensiv-Landwirtschaft zu investieren, braucht es die Förderung und Weiterentwicklung ökologischer Anbaumethoden, die ohne synthetische Chemie auskommen. Behörden und Politik müssen die Lebensgrundlagen sowie die Menschen und Tiere vor den Risiken durch Pestizide schützen. Es braucht einen griffigen nationalen Pestizidreduktionsplan. Die Lösungen liegen auf der Hand, einige Landwirte in ganz Europa praktizieren diese schon und produzieren nicht nur giftfreie Lebensmittel, sondern leisten darüber hinaus einen sehr wichtigen Beitrag für die Biodiversität.

Entziehen wir den grossen Agrochemiekonzernen die Kontrolle über unser Essen. Werde Teil der globalen Bewegung für gesunde und ökologische Lebensmittel. Schliess dich uns an auf www.iknowwhogrewit.org.

nimm die herausforderung an!

Und unterschreibe unsere Petition «Glyphosat verbieten – jetzt!»

Jetzt unterzeichnen! 

 

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