Für den Anbau von Soja darf im Amazonas auf unbestimmte Zeit kein Urwald mehr abgeholzt werden. Darauf haben sich Regierung, Industrie und Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter Greenpeace, in Brasilien geeinigt.


Dienstag, 10. Mai 2016 © Paulo Pereira / Greenpeace

Das Soja-Moratorium ist das Resultat einer langjährigen Greenpeace-Kampagne im Amazonas. Es stellt sicher, dass für den Anbau von Soja kein Urwald zerstört wird. Die Hülsenfrüchte werden vor allem als Futtermittel für die weltweite Viehwirtschaft eingesetzt, für die Produktion von Fleisch, Eiern und Milch. Das Abkommen wurde 2008 zum ersten Mal, danach jährlich, unterzeichnet. Es ist nun auf unbestimmte Zeit verlängert worden, oder – wie es im Dokument steht: bis es nicht mehr benötigt wird.

2006 hatte Greenpeace mit dem Bericht «Eating up the Amazon» («Wir essen Amazonien auf») den internationalen Druck auf die Lebensmittel- und Futterindustrie verstärkt. Darin zeigten wir auf, wie sich der europäische Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten auf Amazonien auswirkt. In der Folge forderten McDonald’s und verschiedene Lebensmittelhändler zusammen mit Greenpeace von Cargill, Bunge, ADM und Maggi, den illegalen Sojaanbau im Regenwald zu stoppen — was schliesslich zum Moratorium führte.

Zwischen 2001 und 2006 – also vor dem Moratorium – wuchsen die Sojafelder im Amazonasgebiet demnach um eine Million Hektar. Oft waren grosse Regenwaldflächen direkt in Sojafelder umgewandelt worden. Mit dem Moratorium hatten Industrie, Regierung und Nichtregierungsorganisationen auch Überwachungssysteme installiert — dazu gehören Satelliten. Farmer, die das Abkommen verletzten, können ihre Produkte zumindest an die Unterzeichner der Vereinbarung nicht mehr absetzen.

Das zeigt Wirkung: Seit dem Moratorium entstanden bis 2014 nur noch 0,8 Prozent der neu geschaffenen Anbauflächen auf frisch abgeholztem Gebiet. Greenpeace wird sich weiterhin für eine Null-Entwaldungs-Politik einsetzen, die nicht nur die Menschen und Tiere in den Urwald-Gebieten schützt, sondern auch das Weltklima. Denn Abholzungen giessen täglich Öl ins globale Klimafeuer.

«Der Wald dankt uns für das Engagement. Das Moratorium stärkt unsere Bemühungen zum Schutz des Regenwaldes, seiner indigenen Völker und seiner Tiere. Und nicht zu vergessen: des Weltklimas», sagt Asti Roesle, Forstexpertin bei Greenpeace Schweiz.

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