Greenpeace hat die 520 in der EU zugelassenen Pestizide geprüft und ihre Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt bewertet. 209 davon haben wir in einer Schwarzen Liste zusammengetragen. Sie sind gefährlich für Mensch und Tier.

 

Es ist das dritte Mal, dass Greenpeace Chemikalien unter die Lupe nimmt, die in der Lebensmittelproduktion zugelassen sind. Der Grund: Diese Gifte können beim Menschen unter anderem Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen oder sich toxisch auf das Nervensystem auswirken. In der Umwelt können sie für Bienen, Fische oder Vögel giftig sein. Greenpeace bewertete 520 Pestizide und wies 209 davon in einer Schwarzen Liste aus. Diese sind besonders gefährlich für Mensch und Umwelt. Die bienengefährdenden Neonicotinoide stehen ebenso auf der Liste wie Glyphosat, dessen Zulassung für die Landwirtschaft wegen seiner möglichen Gesundheitsgefahren umstritten  ist. Ebenfalls gelistet aufgrund ihrer hohen Gesamttoxizität: die beiden Pilzbekämpfungsmittel Boscalid und Cyprodinil.

Chemisch-synthetische Pestizide sind Mittel der industriellen Landwirtschaft. Sie gehören aufs Abstellgleis. Doch leider nimmt ihr Einsatz in der konventionellen Landwirtschaft kontinuierlich zu. Viele Kulturen werden immer häufiger gespritzt: Äpfel zum Beispiel bis zu 30 mal pro Saison. Auch Schweizer Erdbeeren waren in Tests mehrfachbelastet. In einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft haben chemisch-synthetische Pestizide keinen Platz mehr. Der Einsatz dieser Pestizide in der Produktion von Obst, Gemüse und Getreide gefährdet unsere Gesundheit und die Umwelt.

Umwelt und Gesundheit schützen

In der Schweiz werden pro Jahr gut 2000 Tonnen Pestizide eingesetzt. Damit hat der Bund die selbst gesetzten Ziele nicht annähernd erreicht. Bereits 2005 lautete das agrarpolitische Etappenziel, den Pflanzenschutzmittelverbrauch auf 1500 Tonnen jährlich zu senken. Fast alle Grundwasserfassungen im Mittelland, welche für Trinkwasser genutzt werden, sind mit Pestiziden und deren Abbauprodukten belastet. Der Anteil Messstellen in Grundwasserbrunnen, bei denen Pflanzenschutzmitteln in Konzentrationen über dem Toleranzwert liegen, ist zwischen 2005 und 2011 von 11 auf 21 Prozent gestiegen. Bei einer umfassenden Untersuchung von fünf mittelgrossen Fliessgewässern im Schweizer Mittelland erfüllte keines die Anforderungen der Gewässerschutzverordnung in Bezug auf die Pestizidbelastung. Insgesamt wurden 100 verschiedene Wirkstoffe in den Wasserproben gefunden, wobei im Durchschnitt jede Probe 40 unterschiedliche Pestizid-Wirkstoffe enthielt. Staatliche Lebensmittelbehörden verweisen immer wieder auf Grenzwerte für Pestizide, die nicht überschritten werden dürfen. Und tatsächlich werden die Höchstgehalte für einzelne Pflanzenschutzmittel mittlerweile meist eingehalten. Doch der Trend geht hin zu Mehrfachbelastungen mit so genannten Pestizid-Cocktails. Und durch die Akkumulation der täglich konsumierten Lebensmittel, falls diese nicht biologisch produziert sind. Das gilt als toxikologisch besonders bedenklich. Die schwarze Liste kann dazu beitragen, die Lebensmittelproduktion schrittweise zu verbessern.

Der Bio-Landbau zeigt, wie es ohne chemisch-synthetische Pestizide geht. Bei der Herstellung von Lebensmitteln müssen der Schutz der Umwelt und die Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Denn KonsumentInnen haben ein Recht auf gesunde und pestizidfreie Lebensmittel.  Die Grossverteiler stehen in der Verantwortung, den Wandel gemeinsam mit ihren Lieferanten unverzüglich anzugehen. Auf giftfrei.org können Sie sie dazu auffordern und sich ein für eine giftfreie Lebensmittelproduktion einsetzen!

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